Neuer Schwank des Frauentheaters

„Schneetreiben“ bei Spectaculum

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Fiktiver Likör in gedachten Gläsern, nur die gute Laune war bei den Proben von Spectaculum im Kindergarten real und ungespielt (von links): Anneliese Kreher, Birgit Osinski, Dorle Schreiber und Brigitte Wagner.

Münster - Die Theatergruppe Spectaculum wartet schon bald mit neuem Schwank auf. Der Besuch eines Probenabends untermauert: Es darf wieder viel gelacht werden bei den geplanten Aufführungen. Von Peter Panknin 

Ein anderes, sicheres Zeichen für den bevorstehenden Wechsel der Jahreszeiten sind neben den Fall der Laubblätter auch die zunehmenden abendlichen Aktivitäten im evangelischen Kindergarten am Walter-Kolb-Platz. Hier probt die ausschließlich aus weiblichen Darstellern bestehende Theatergruppe Spectaculum ihr neues Stück, das, wie seit vielen Jahren, im Laufe des Novembers in der Kulturhalle zur Aufführung gelangen wird. Im zur Probenbühne umgewidmeten Turn- und Gymnastikraum der Einrichtung tummeln sich die Aktiven. Mit Michele Brenncke-Gosse ist das Ensemble um eine Person gewachsen. Das Stück wurde bereits früh im Jahr ausgewählt. Selbst als die Aufführungsrechte und Textbücher erworben wurden, ahnte noch niemand, wie warm der Sommer werden würde und der kommende Winter als Erfrischung betrachtet werden könnte.

Erfrischend ist nämlich der Titel des neuen Stückes, „Schneetreiben“. Verfasst hat es Georg Ludy, ein in Riedlingen/Donau geborener Drehbuchautor, ursprünglich in schwäbischer Mundart, der Ort des Geschehens ist die Empfangsdiele einer Pension in einem Wintersportgebiet – also nicht in Münster. Sprachlich merkt man das allerdings nicht, denn das „Münsterische“ schlägt in großen Teilen des Stückes durch.

Zur Handlung: Die Pension Himmelstörle läuft seit einiger Zeit nicht mehr rund. Alles ist schon etwas heruntergekommen und braucht dringend einen Modernisierungsschub. Inhaberin Eva Keck hat sich deshalb eine sehr zeitgemäße Marketingstrategie einfallen lassen: Sie arrangiert „blind dates“. Die ersten Gäste werden bereits erwartet. Willi Filzer, bislang treuer Ehemann und unbescholtener Chef einer schwäbischen Strickwarenfabrik, und sein Stammtischbruder Udo Blinker, Kraftfahrzeugmechaniker, erwarten sich von diesem Wochenende anregende Abwechslung. Die tatsächlichen Überraschungen sind aber noch viel größer, als beide sich hätten träumen lassen. Dazu tragen der gute Geist des Hauses, Alwine und ihre ominöse Likörkaraffe, ebenso bei wie Wenzel Pliefke, ein angeblicher Werbefilmer, der seinen wirklichen Beruf niemals freiwillig preisgeben würde.

Zur Darstellung der einzelnen Charaktere werden sieben Personen benötigt, drei männliche und vier weibliche. Selbstredend bei Spectaculum, dass auch die männlichen Rollen von Frauen besetzt werden. Wer allerdings wen darstellen wird, soll hier noch nicht verraten werden. Ob neben der Likörkaraffe mit Opas selbstgebranntem Stoff auch ein grüner Eimer mit aufgemaltem Auto eine Rolle übernehmen wird, bleibt noch geheim.

Wer da Näheres wissen möchte, muss sich wohl am Freitag, 23. November, oder am Samstag, 24. November, in die Kulturhalle an der Friedrich-Ebert-Straße begeben. Einlass ist ab 19 Uhr geplant, beginnen werden die Aufführungen dann jeweils um 20 Uhr. Als Vorverkaufsstellen werden in Münster Schreibwaren-Haus Niggeling, Darmstädter Straße 6, und die Metzgerei Frühwein an der Frankfurter Straße 27, in Dieburg der Dieburger Anzeiger in der Mühlgasse 3 und die Bücherinsel, Markt 7, sowie die Bäckerei Kreher in der Babenhäuser Straße 4 in Eppertshausen genannt. Für Kurzentschlossene werden noch an der Abendkasse Karten bereitgehalten, die kosten dann allerdings etwas mehr. In jedem Fall eine lohnende Ausgabe, denn trotz „Schneetreiben“ wird die Kulturhalle gut geheizt sein.

Quelle: op-online.de

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