Mit Schönheit gegen brutale Unterdrückung

+
Die internationale Kunstausstellung „Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit, Nachsicht“ wird in Münster gezeigt.

Münster (tm) - Da wird den Kunstfreunden eine ganz besondere Ausstellung im Rathaus-Foyer zuteil: Kunstwerke, die „von wahrer Schönheit, kompromisslosem Mut und Gerechtigkeit“ künden und von chinesischen Kreativen stammen, werden vom 14. bis 29. April am Rathausplatz gezeigt.

Die internationale Schau wird vom Deutschen Verein für Kunst und Menschenrechte „Ars Honesta“ aus Hanau präsentiert, und Bürgermeister Walter Blank ist stolz, Interessierte am Donnerstag (14.) um 16 Uhr zur Vernissage begrüßen zu können.

Dies in einer Zeit, da nicht nur Künstler um einen der herausragendsten Repräsentanten asiatischer Freigeister bangen: Den von den chinesischen Behörden festgenommenen Künstler und Bürgerrechtler Ai Weiwei, der sich jetzt wegen „Wirtschaftsverbrechen“ vor Gericht verantworten soll. Der weltweit bekannte Künstler, der sich auch häufig in Deutschland aufhielt, war am Sonntag von der Grenzpolizei am Flughafen Peking festgenommen worden und ist seither verschwunden, was internationale Proteste auslöste.

„Die Kunst von Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit, Nachsicht“ wurde in den USA und Kanada ins Leben gerufen. Die Künstler, die sich hier zusammengetan haben, wollen auf die Menschenrechtsverletzungen, die in China von der Weltöffentlichkeit weitgehend unbemerkt vor sich gingen, aufmerksam machen. Die Internationale Kunstausstellung wurde erstmals in Deutschland bei der Hauptversammlung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte in Königstein gezeigt.

In über 50 Ländern und 200 Städten war die Schau von insgesamt 18 Künstlern für die Besucher „in erster Linie ein Fenster in eine der grundlegendsten Dimensionen der menschlichen Situation: Die Artikulation von Sinn und Hoffnung inmitten des Leidens, des Bösen und der Ungerechtigkeit“, erklärt Ars Honesta. Sie greife die immerwährenden Fragen auf: Warum leiden gute oder unschuldige Menschen? Ist spirituelles Engagement den Preis wert, den es vielleicht mit sich bringt - einen Preis, der so hoch wie das eigene Leben sein kann? Ist das Universum letztendlich gerecht?

Die Ausstellung der emigrierten Chinesen erzählt auf Leinwand auch die Erfahrungen der Meditationsbewegung Falun Gong, die in China systematisch unterdrückt wird. Alle Künstler der Schau praktizieren diesen Weg, der ihnen „zur Selbstkultivierung von Körper und Geist dient“, wie sie sagen. Vier der Aussteller waren in China selbst inhaftiert.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare