Schönstes Feuer ist am Lager

+
Die junge Truppe der Wehr aus Dieburg, Altheim und Klein-Zimmern bei einer schweißtreibenden Schnelligkeitsübung.

Münster ‐ Zum ersten Mal in der schon langen Geschichte der Kreisjugendfeuerwehrtage fand das Großereignis, an dem alle Jugendfeuerwehren des Landkreises teilnehmen, am Wochenende in Münster statt. Von Jasmin Frank

„Als Daniel Ganz vor einiger Zeit zu mir kam und meinte, er habe da eine gute Idee, dachte ich, er wolle einen Ausflug mit seiner Jugendfeuerwehr machen“, plauderte Bürgermeister Walter Blank bei seinem Grußwort aus dem Nähkästchen und fuhr schmunzelnd fort: „Doch dann ging es um die Ausrichtung eines Wochenendes für knapp eintausend Kinder und Jugendliche. Doch auch mein Hinweis, dass das doch ganz schön viel Arbeit werde, konnte ihn nicht davon abhalten, seinen doch gewagten Plan in die Tat umzusetzen.“

Froh darüber waren nicht nur der Rathauschef und die Feuerwehren in Münster und Altheim, sondern vor allem die vielen jungen Brandschützer, die auf dem Zeltlager jede Menge Spaß hatten. Weil gerade die Freiwilligen Feuerwehren sehr großes Engagement in der Kinder- und Jugendarbeit leisten, ließen es sich auch zahlreiche Ehrengäste nicht nehmen, bei der Eröffnung des Spektakels dabei zu sein. Neben dem einladenden Bürgermeister waren unter anderem sein Kollege aus Eppertshausen, Carsten Helfmann, und Kreisbrandinspektor Ralph Stühling gekommen, aber auch die Landtagsabgeordneten Gottfried Milde, Heike Hoffmann und Karin Wolf.

Bilder vom Kreisjugendfeuerwehr-Tag

Kreisjugendfeuerwehr-Tag

Zudem war auch Landrat Klaus Peter Schellhaas anwesend, der die besondere Atmosphäre bei den Feuerlöschern gut kennt. „Ich habe ja meine Grundausbildung erst mit Anfang 40 gemacht, weil ich als Bürgermeister einfach wissen wollte, was bei der Feuerwehr, die ja für die Gemeinden von enormer Bedeutung ist, so los ist. Zudem wollte ich ein Zeichen für andere Erwachsene setzen, dass es jederzeit möglich ist, noch mitzumachen. Das Gefühl der Kameradschaft und die große Einsatzbereitschaft der Männer und Frauen dort ist einfach enorm“, erzählte er.

So lautet das Motto der Kreisjugendfeuerwehr derzeit auch „Helden gesucht“ und um zu zeigen, wie es wäre, wenn es den Nachwuchs nicht gäbe, bleiben die Ränge bei der Eröffnung erst einmal leer. Doch dann zogen die Jugendlichen aus den sechs Feuerwehrbezirken in das Münsterer Gersprenzstadion ein und alle Plätze waren gut besetzt.

Nach der Eröffnung ging es dann mit dem abwechslungsreichen Programm los, das mit der Übertragung des Viertelfinales der Fußball-WM und einem Lagerfeuer startete. Am nächsten Morgen stand dann die Leistungsspangenabnahme an, die höchste Auszeichnung bei der Deutschen Jugendfeuerwehr. Dabei müssen fünf Disziplinen erfüllt werden, darunter eine Brandangriffsübung, an der sich auch das Team aus Eppertshausen und Urberach messen musste. Dabei gaben immer zwei Jugendliche das Kommando, während die anderen Schläuche anschließen und Wasser aus einem imaginären See pumpen mussten.

„Wir haben hier alle eine weibliche Seite“

„Angriffstrupp zur Brandbekämpfung mit erstem Rohr über linken Brandabschnitt vor!“, ruft Anna Kraft und alle Teammitglieder laufen schnell los, um die Anweisung auszuführen, stets beobachtet von den Wertungsrichtern. „Die Kommandos mögen sich für Laien kompliziert anhören, für uns ist das selbstverständlich“, informiert die 15-jährige Eppertshäuserin. Auch dass ein Mädchen die Jungs delegiert, ist hier kein Problem. „Wir haben hier alle eine weibliche Seite“, lacht einer der Jugendlichen und meint dann: „Nein, Spaß beiseite, wir sind einfach ein Team, da ist es völlig egal, ob man ein Mann oder eine Frau ist. Wir halten zusammen und ziehen das gemeinsam durch.“

So war es auch bei der Theorieprüfung, die von der überörtlichen und kreisübergreifenden Gruppe souverän bestanden wurde: So wussten die Jungen und Mädchen ebenso, wie der neue Bundespräsident heißt als auch wie viele Liter Wasser durch ein Strahlrohr strömen. Während ein Teil der Kinder also schwitzend kniffelige Aufgaben zu lösen hatte, nahmen andere an den Sportangeboten der örtlichen Vereine teil und einige genossen einfach die Sommerstimmung in einem der zahlreichen Pools.

Doch alle waren sich einig: „Das Schönste sind abends die Lagerfeuer, da ist die Stimmung einfach super und wir spüren, dass wir eine Gemeinschaft sind.“

Diese romantische Atmosphäre wurde in diesem Jahr noch gesteigert, beleuchtete doch am Samstagabend ein weithin sichtbares Feuerwerk den Nachthimmel.

Quelle: op-online.de

Kommentare