Abschied von Lehrerin mit Herz und Empathie

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Christel Winkelmann genoss die Feier und Yurika Shimas klassisches Ständchen.

Münster - „Ja ich weiß, es war ´ne geile Zeit, uns war kein Weg zu weit. Du fehlst hier! Ja ich weiß, es war ´ne geile Zeit, hey, es tut mir Leid. Es ist vorbei." Von Thomas Meier

Mit diesen beherzten und ehrlich gemeinten Worten der Band Juli verabschiedeten die Aue-Schüler auf einer lockeren, fröhlich-gelösten Feier die langjährige Förderstufenleiterin Christel Winkelmann in den Ruhestand. Vor über 150 Gästen im kleinen Saal der Gersprenzhalle lief ein Programm ab, das ganz auf die 62-jährige Pädagogin zugeschnitten war und in das sie es bei jedem Punkt verstand, sich bestens einzubringen. Bei dieser Verabschiedung ging die Post ab.

Und es war ja auch die Offenbach-Post, die vor 19 Jahren zur Beförderung der Lehrerin Winkelmann zur Rektorin und Förderstufenleiterin titelte: „Die richtige Frau zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“ Schulleiterin Sabine Behling-Schmidt erinnerte bei ihrer Verabschiedung der „Kollegin mit der natürlichen Autorität und dem großen Verantwortungsbewußtsein“ daran. Doch bereits zuvor erwiesen die vielen Gäste der quirligen und überaus beliebten Lehrerin ihre Reverenz. Der Stehempfang vor dem Saal wollte nicht enden, ein jeder Gast wurde von Winkelmann begrüßt, ein jeder hatte ihr vorab Persönliches mitzuteilen.

Das Schulorchester unter Leitung von Cornelia Krones intonierte Paul Ankas „My Way“, doch den Weg in den Saal fanden die Gäste erst beim Tango „Adios Muchachos“. Nun passte auch „Time zu say Goodbye“. Mit tosendem Beifall bedachten die Zuhörer einen Solopart von Yurika Shima. Die 13-jährige Schülerin spielt seit ihrem dritten Lebensjahr Violine und bezauberte nicht nur Christel Winkelmann.

Schultüte zum Abschied

Viele Schülerbeiträge musste die Schulleiterin abwarten, bis sie an den Werdegang der in Cuxhaven geborenen Lehrerin erinnern durfte. In Göttingen und Köln studierte Winkelmann Physik, Mathematik und Pädagogik, und wegen ihres Mannes, demzuliebe sie schon mit nach Köln ging, kam sie 1979 in den heimischen Raum, nachdem sie zuvor bereits als Lehrerin in Niedersachsen gearbeitet hatte. Ihren Gatten, studierter Physiker, verschlug es zum GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt, die Familie folgte.

1985, Sohn und Tochter waren aus dem Gröbsten raus, kam Christel Winkelmann an die Schule auf der Aue. „Und nun, nach 27 Jahren kommt für jemand der Ruhestand, für den dies Wort eigentlich unmöglich ist“, befand Behling-Schmidt. Sie bescheinigte der Neu-Ruheständlerin große Empathie, ihre Menschenfreundlichkeit habe ihre Arbeit an der Schule so besonders gemacht: „Christel Winkelmann interessiert sich für ihr Gegenüber, sie geht stets auf die Menschen ein.“ Und selbst nachts anrufende Eltern oder Schüler hätten sie nicht aus der Ruhe bringen können. Ein schwerer Verlust stehe der Schule überdies ins Haus, weil: „Ihr Arbeitstempo hätte für zwei Planstellen ausgereicht“, befand die Aue-Chefin.

Keine Sorge mache sie sich um den Terminkalender den Pensionärin, der sei sicher rappelvoll. Schließlich engagiere sich Winkelmann politisch in Messel, sei dort stellvertretende Bürgermeisterin und habe auch sonst zahlreiche Hobbys.

Eine prallgefüllte Schultüte überreichte die Schulleiterin mit der Personalvertretung der Förderstufenleiterin zum Abschied. Viele Geschenke waren drin verpackt, darunter auch ein Klumpen Lakritz. Gute Nervennahrung, weitere Grußworte von Lehrern, Schulen, Ämtern und Institutionen entgegen zu nehmen. Bis zum Büffet sollte es noch dauern...

Quelle: op-online.de

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