Schule auf der Aue: „Kabelsalat“ auf Pfählen

+
Im Juni soll der naturwissenschaftliche Trakt der Schule auf der Aue fertiggestellt sein. Anvisiert war der April.

Münster - Seit 2003 wartet die Schule auf der Aue auf den Bau eines neuen naturwissenschaftlichen Traktes. Der alte war schon zuvor lange in bedauernswertem Zustand. Von Thomas Meier

Doch bis es im November 2011 endlich zum langersehnten Spatenstich kam, gab es noch viele leidvolle Verzögerungen. Und auch nun gibt es eine weitere, wenn auch kleine Verspätung mit der Einweihung des rund drei Millionen Euro teuren Neubaus, der, für 2,8 Millionen geplant, eigentlich im April eingeweiht werden sollte. Nun wird es Juni, bis er fertig gestellt sein wird. Nach den Sommerferien im Herbst können sich die Schüler und Lehrer dann aber richtig freuen, denn der Trakt auf seinen 61 Betonstelzen strahlt bereits jetzt ein architektonisch modernes und ansprechendes Bild aus.

Das Gebäude mit fünf Fachklassen- und drei Sammlungsräumen sowie Sanitäranlagen und Haustechnikräumen kostet drei Millionen Euro, laut Kreispressestelle eine in heutiger Zeit „moderate Preissteigerung“ bei einem solch umfassenden Projekt. Gebaut wurde ein zweigeschossiges Haus auf einer Grundfläche von 43 mal zwölf Metern. Der Fachklassentrakt ist auf der Freifläche nordwestlich der bestehenden Schulanlage errichtet worden. Die Unterrichtsräume liegen auf der Nordseite, zur ruhigen Theodor-Strom-Straße hin. Dem Haupteingang des Gebäudes ist ein großzügiges Portal als Pausenvordach vorgelagert. Die Gesamt-Schulhoffläche wird bei der Maßnahme erweitert.

Im Boden eines naturwissenschaftlichen Schultraktes steckt freilich viel mehr an „Kabelsalat“ sowie Gas- und Wasserleitungen als unterm Teppich in einem Privathaushalt.

Wegen der schlechten Bodenverhältnisse an der Heinrich-Heine-Straße weist der Erweiterungsneubau einige Besonderheiten auf. So musste ein teurer Fundamenttrag-rost erstellt werden. Die 61 Pfähle stecken im Boden, der eigentlich nur aus Sand, Lehm und Grundwasser besteht. Darauf kam der Massivbau in Passivhaus-Standard, zu dem auch eine mechanische Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung gehört. Dem Anlass entsprechend wurde eine moderne naturwissenschaftliche Ausstattung mit sogenanntem „Deckenmedienversorgungssystem“ installiert. Auch an eine behindertengerechte Nutzung mit Plattformlift ist gedacht worden.

Die zeitliche Verzögerung ist auch mit dem langanhaltenden Winterwetter geschuldet. So gab es Verzögerungen wegen eines nicht zeitig trocken werden wollenden Estrichs. Derzeit sind die Arbeiter an den finalen Montagen der Türen und der aufwändigen Inneneinrichtung. Der Bodenbelag kommt über den Estrich, die Maler haben noch viel zu werkeln, derweil die Elektriker die großdimensionierten Leerrohre zu den Physik- und Chemierräumen mit Kabeln und Leitungen füllen.

Quelle: op-online.de

Kommentare