Schwimmen, radeln, rennen

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Volksfeststimmung herrschte im Zielbereich des Münsterer „Moret-Triathlons“ rund um Halle und Sportgelände des Altheimer Turn- und Sportvereins.

Münster - Nein, weder die Rekord-Teilnehmerzahl von 380 Startern noch das Kaiserwetter über den ganzen Tag hinweg stimmten die Wettkampfrichter des VfL Münster milde. Von Jens Dörr

Auch die Tatsache, dass der „Moret-Triathlon“ nach dem Hausberg der Nachbarstadt Dieburg benannt ist, blieb ohne Belang: Gnadenlos disqualifizierte der Veranstalter einen Teilnehmer des TV Dieburg nur wenige Kilometer vor Ende der 84 Kilometer langen Radstrecke, kurz vor dem Wechsel zum abschließenden Halbmarathon zu Fuß.

Impressionen vom Triathlon und der Finishline-Party

25. Moret-Triathlon

Die haben mich wegen angeblichen Fahrens im Windschatten rausgenommen“,meint der für den TV startende Teilnehmer. Zwar konnte der die Entscheidung nicht ganz nachvollziehen, bestritt den Wettkampf trotzdem zu Ende und erreichte eine gute Zeit von knapp über fünf Stunden; eher als Ärger auf den VfL schwang in seiner Erzählung beinah Bewunderung für die konsequente Linie der Wettkampfrichter mit.

Ergebnislisten

Die Ergebnisse vom Moret-Triathlon im Jubiläumsjahr 2009 sowie mehr Informationen zur Veranstaltung gibt es hier.

Insgesamt sei es toll, wie viele Ehrenamtliche der Verein auf die Beine gebracht hat. Der überwiegende Teil – sowohl bei Einzelstartern als auch 27 Staffeln – hatte dieses Ärgernis ohnehin nicht, wurde nach 2 000 Metern Schwimmen im Hardtsee Babenhausen, den 84 Kilometern Radfahren unter anderem über den Berg bei Dorndiel und den abschließenden 21,1 Kilometern Laufen in der Rangliste aufgeführt.

Mancher Läufer auf der Strecke wurde Motivationshilfe der besonderen Art zuteil.

Ganz oben auf der Liste landeten bei den Männern Frank Vytrisal und bei den Frauen Susan Dietrich. Beiden waren für das Darmstädter Start-Net- Team angetreten und ließen ihren Geschlechtsgenossen keine Chance. Profi Vytrisal lag am Ende sieben Minuten vor dem Zweitplatzierten, Dietrich brachte in einer Zeit von knapp über viereinhalb Stunde nicht nur alle Frauen weit hinter sich – die Zweite brauchte über 20 Minuten länger –, sondern auch zahlreiche männliche Triathleten. Beide sicherten sich den Hessenmeister-Titel. Für den VfL waren mit Stefan Heckwolf, Kurt Kreher, Dieter Müller-Peppler und Karl-Heinz Rosskopf vier Athleten auf die Strecke gegangen.

Die Dieburger Band Bee Flat unterhielt die Besucher nach dem Rennen – Sängerin Annika Otto in Aktion.

Als mit Vytrisal der erste Läufer gegen Viertel nach vier ins Ziel rannte, war von der Party am Abend, die der VfL anlässlich des 25. Jubiläums des „Moret-Triathlons“ veranstaltete, noch nicht viel zu spüren. Beim Eintrudeln der letzten Teilnehmer zweieinhalb Stunden später stimmten bereits die Musiker von Bee Flat ihre Instrumente – die Band bestritt mit ihrem gekonnten Mix aus Pop, Blues und Soul das Abendprogramm, in das sich auch die Ehrung der Sieger einreihten. Ein Teil des Teams um Organisationschef Gerd Klenke, der 160 Helfer um sich geschart hatte, konnte da bereits durchatmen und hatte die Arbeit hinter sich. Viele sorgten an Ausschank und Büfett im Essenszelt aber noch dafür, dass verbrannte Kalorien wieder den – fast ausschließlich gut gebauten – Athleten-Körpern zugeführt werden konnten. Zu diesem Zeitpunkt dürfte manche Zerknirschtheit über die Disqualifikation schon wieder verschwunden gewesen sein.

Quelle: op-online.de

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