Da sein, wenn eine Firma Hilfe braucht

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Nicht nur die Themen, auch den Raum hat Nicole Mustafa gewechselt - im Zimmer 108 kümmert sie sich künftig um die Wirtschaft in Münster.

Münster - Acht Jahre lang hat sie sich als Mitarbeiterin des Ordnungsamts um Ruhe und Ordnung in Münster gekümmert, jetzt soll Nicole Mustafa der Wirtschaftsförderung und Öffentlichkeitsarbeit ein neues Gesicht geben. Dafür ist sie in einen neues Büro im ersten Stock des Rathauses umgezogen – künftig prägen Kontakte statt Kontrollen den Terminkalender der 30-Jährigen. Über ihr neues Amt und was es zu tun gibt, hat sich Redakteur Alexander Klug mit ihr unterhalten.

Frau Mustafa, wie schwer ist Ihnen der Wechsel samt neuer Aufgaben gefallen?

Ich habe gern im Ordnungsamt gearbeitet, aber ich hätte nicht „Ja“ gesagt, wenn ich nicht neugierig auf meine neuen Aufgaben wäre. Im Moment arbeite ich mich in die für mich neuen Themen ein, die Herangehensweise an viele Dinge hat sich grundlegend geändert. Derzeit telefoniere ich viel mit den Münsterer Firmen, um herauszufinden, wer was braucht und um Kontakte zu knüpfen. Die eine oder andere Infoveranstaltung steht auch auf dem Programm.

Was liegt Ihnen und Ihrem direkten Vorgesetzten, Bürgermeister Walter Blank, besonders am Herzen?

Natürlich ist die Aufwertung der Wirtschaftsförderung durch die neu geschaffene Stelle auch eine Reaktion auf die regelmäßige Kritik, es würde sich auf diesem Gebiet zu wenig in Münster tun. Ich werde mich nun in rund der Hälfte meiner Arbeitszeit darum kümmern und möchte für die Münsterer Betriebe zentraler Ansprechpartner seitens der Gemeinde sein. Ich freu mich drauf, direkt helfen und unterstützen zu können.

Was machen Sie, was bis jetzt nicht geschehen ist?

Ich möchte regelmäßig Münsterer Firmen vor Ort besuchen und schauen, was es für Fragen, Anregungen und Verbesserungswünsche gibt. Wenn Komplikationen bei etwas drohen, versuche ich, zu Hilfe zu kommen. In schwierigen Situationen bin ich gerne bereit, die Firmen im Rahmen meiner Möglichkeiten zu unterstützen. Das gilt auch für den Kontakt zwischen Firma und Verwaltung.

Und wie sieht’s mit der Ansiedlung neuer Unternehmen aus?

Klar, es gehört auch zu meinen Aufgaben, nach neuen Firmen Ausschau zu halten, die sich unter Umständen in Münster ansiedeln wollen. Aber Schwerpunkt für mich ist zunächst, sich um die bereits hier ansässigen Unternehmen, vor allem die kleinen und mittelständischen, zu kümmern. Außerdem wäre zum Beispiel schön, zusammen mit dem Münsterer Gewerbeverein wieder eine Gewerbeausstellung auf die Beine zu stellen.

Am meisten Platz für neues Gewerbe ist auf dem Breitefeld. Gibt es dafür Pläne?

Im Bebauungsplan steht dieses Areal als Gewerbegebiet, der Plan ist aber noch in der Offenlage. Dort haben wir noch Flächen zur Verfügung, die der Gemeinde gehören, darum werde ich mich kümmern. Auch beim geplanten Fachmarktzentrum bleiben 6 000 Quadratmeter übrig, auf denen bestimmtes Gewerbe entstehen kann. So gut wie ausgelastet ist das Gebiet Auf der Beune. Insgesamt gibt es mehr Anfragen, als wir passende Flächen in öffentlicher Hand zur Verfügung haben. Ich werde versuchen, auch Privatleute, die Flächen anzubieten haben, mit Interessenten zusammen zu bringen.

Stört es Sie, dass Münster mehr als Wohn- denn als Gewerbegemeinde bekannt ist?

Nein. Das widerspricht sich ja nicht. Im Gegenteil, den Ruf, dass man hier gut wohnen kann, sollte man besser zur Geltung bringen, auch ich als Wirtschaftsfördererin werde das tun. Wo anderswo Hallenbäder geschlossen werden, machen wir unseres attraktiver. In der Kulturhalle sind regelmäßig große Veranstaltungen. Nicht vergessen darf man die gute Arbeit unserer Vereine, die die Freizeit der Münsterer bereichern.

Wer kümmert sich denn jetzt um das Doaschde-Fest?

Das gebe ich natürlich nicht ganz aus der Hand. Dafür ist es mir zu sehr ans Herz gewachsen.

Quelle: op-online.de

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