Im Schnee an Giraffen gedacht

Sekretär des Erzbischofs von Songea besucht Münster

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Die beiden Pfarrer Dunstan Mbano und Kajettan Kilowako freuten sich mit Bürgermeister Walter Blank und Hildegard Stumm über den Schnee: So etwas gibt es in Tansania nicht.

Münster - Winterliche Temperaturen und starker Schneefall herrschten vor dem Münsterer Rathaus, aber im Zimmer von Bürgermeister Walter Blank wurde es zumindest gedanklich sommerlich warm.

Zwei Besucher aus dem afrikanischen Land Tansania berichteten von dem Leben in ihrer Heimat: Von Elefanten und Giraffen im Nationalpark, von tropischer Hitze an der Küste und vom Anbau von Mais, Reis und Bananen.

„Aber auch bei uns gibt es einen Winter, dann wird es richtig frisch, es kann bis zu sechs Grad kalt werden“, schmunzelte Pfarrer Dunstan Mbano, der nach einem siebenjährigen Studium in Deutschland natürlich wusste, dass hiesige Winter deutlich kälter sind. Blank freute sich über die Berichte von Mbano, der als Sekretär des Erzbischofs von Songea tätig ist, und dessen Reisebegleiter Kajettan Kilowako, der seit zwei Jahren die Gemeinde Lusonga betreut.

Mbanos Lieblingsessen: Rippchen mit Sauerkraut

„Als ich mit elf Jahren von Brasilien nach Deutschland kam, war mein erster Winter für mich auch ausgesprochen kalt“, erinnerte sich Blank lächelnd. Doch selbstverständlich wurde im Rathaus nicht nur über das Wetter gesprochen: Die Priesterpatenschaft der katholischen Gemeinde Sankt Michael, die seit vielen Jahren die Ausbildung von Theologiestudenten in Mbanos Bistum unterstützt, war Hauptthema. „Vor zwei Jahren war ich mit meiner Tochter vor Ort, um mir ein eigenes Bild des Priesterseminars und der Landessituation zu verschaffen. Ich war sehr beeindruckt von der Begeisterung, die dort für den Glauben herrscht“, erzählt Hildegard Stumm mit leuchtenden Augen. Sie ist seit Jahren mit Mbano befreundet, der durch sein Studium in Frankfurt nicht nur fließend deutsch spricht, sondern auch eine große Leidenschaft für die hiesige Küche entwickelt hat. „Gestern haben wir mein Lieblingsessen gegessen: Rippchen mit Sauerkraut und Kartoffelbrei. Und dazu gab es gespritzten Apfelwein, das war sehr lecker“, schwärmt der Afrikaner, der immer wieder gerne nach Münster kommt und dort schon viele Familien kennt.

Wer sich über die Priesterpatenschaft informieren oder Spenden abgeben möchte, kann sich im Pfarrbüro Sankt Michael informieren unter der Telefonnummer 06071 31313.

Gemeinsam mit seinem Kollegen Kilowako besucht er auch die Gottesdienste vor Ort, doch Hildegard Stumm wirft lachend ein: „Die Gottesdienste in Tansania sind etwas völlig anderes, als wir es hier kennen. Dort wird gesungen und getanzt, die Leute kommen von weit her zu Fuß in die Kirche und sind ganz begeistert dabei. Es ist ein unglaubliches Erlebnis.“ Möglich wird das auch durch die Unterstützung aus Deutschland, so hat sich Pfarrer Kilowako, ein bekennender Bayern-München-Fan, über einen ihm geschenkten Fußball gefreut, denn er spielt mit dem Nachwuchs gerne Fußball.

tm

Quelle: op-online.de

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