Senio gibt sich optimistisch

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Die Arbeiten am Keller des neuesten Gersprenz-Pflegeheims in Groß-Umstadt sind in vollem Gange.

Münster ‐ Ausufernde Baukosten beim Pflegeheim in Groß-Umstadt, nicht bezifferte Landes-Fördermittel und das Verlangen nach Tariflöhnen beschäftigten die Mitglieder der jüngsten Senio-Verbandsversammlung im Münsterer Rathaus. Dazu das Austrittsbegehren Eppertshausens. Von Ulrike Bernauer

Ein überraschendes Abstimmungsverhalten zeigten die Mitglieder bei der Beratung des Positionspapiers des Kreises zum Senioverband, dessen Punkt zwei lautet: „Die Solidargemeinschaft (Senio) besteht bis zur Fertigstellung und Inbetriebnahme des Pflegeheim-Neubaus in Groß-Umstadt und der Abfinanzierung der Gersprenz-Altdefizite gemäß Strategiepapier“. Sieben von zwölf Verbandsmitgliedern, damit die Mehrheit, stimmten diesem Punkt zu, gegen eine Empfehlung des eigenen Vorstandes.

Zur künftigen Finanzierung der Verluste der Gersprenz hieß es lapidar von Seiten der Verbandsmitglieder: „Da es ab dem Jahr 2011 keine laufenden Betriebsverluste der Gersprenz mehr geben wird, ist eine entsprechende Beschlussfassung nicht erforderlich“. Diesem Punkt wurde in optimistischer Einheit zugestimmt. Auch die anderen Punkte des Positionspapiers des Kreises beschlossen die Senio-Vertreter in schöner Einmütigkeit. Dabei ging es um die Zusammenlegung der Altenpflegeschule der Kreiskliniken und der Krankenpflegeschule des Sankt-Rochus-Krankenhauses und eine „zeitnahe Anpassung der Verbandsgeschäftsführung an die Herausforderungen durch neue Strategien“.

Gestiegen sind nach Informationen des Vorstandsvorsitzenden die Baukosten beim Pflegeheim in Groß-Umstadt. Zehn bis zwölf Prozent lägen sie über der Kostenschätzung von 2008.

Verwirrung gab es bei der Frage nach der Bezahlung der Pflegekräfte. Gersprenzleiter Hubert Keiber erklärte, Löhne nach Tarif könne sich die Gersprenz nicht leisten. Andererseits sagte er, dass die gezahlten Löhne praktisch den Tariflöhnen entsprächen, sonst erhalte man auf dem leergefegten Markt für Pflegekräfte gar keine Mitarbeiter mehr. Angestrebt werde langfristig ein Haustarifvertrag.

Quelle: op-online.de

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