Senio-Heime 2012 weiter im Minus

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Das Revisionsamt prüfte die Baukosten für das Pflegeheim Münster - ohne Beanstandungen.

Münster/Groß-Umstadt (bea) - „Die Umlagen für den Senio-Verband werden sinken“, so der erfreuliche Ausblick des Vorstandsvorsitzenden und Bürgermeisters von Groß-Umstadt, Joachim Ruppert. Von Ulrike Bernauer

Zwar liege man immer noch im Defizit, dies sei aber dem Minus geschuldet, dass in den vergangenen Jahren aufgelaufen sei.

In den Jahren 2010 und 2011 habe man sich auf einem guten Weg befunden, die Kosten für die Gersprenz-Pflegeheime seien stetig gesunken, inzwischen schrieben fast alle Heime, bis auf das veraltete Heim in Groß-Umstadt, das bald durch einen Neubau ersetzt wird, schwarze Zahlen.

Von außen macht es schon einen guten Eindruck, das neue Pflegeheim in Groß-Umstadt, innen wird aber die nächste Zeit noch kräftig gearbeitet.

Abbezahlt sind nun die Defizite, die die Pflegeheime in den Jahren 2003 bis 2005 erwirtschaftet hatten, sie haben die Kommunen in den vergangenen Jahren mit einer Gesamtumlage für alle beteiligten Städte und Gemeinden mit einem Defizitausgleich von gut 450 000 Euro jährlich belastet. Hieraus resultierte auch eine Verbandsumlage für das Jahr 2011 von knapp zwei Millionen Euro. Sie wird im kommenden Jahr auf 1,38 Millionen Euro sinken, immer noch ein ordentlicher Batzen Geld, der von allen beteiligten Kommunen zu stemmen ist.

Im Februar soll das neue Haus fertig sein

Angewachsen ist im Gegenzug das Immobilienvermögen der Senio, neben den bestehenden Pflegeheimen in Reinheim, Groß-Zimmern und Münster steht der Neubau in Groß-Umstadt kurz vor der Vollendung. Im Februar soll das neue Haus, das nicht mehr wie das klassische Pflegeheim, sondern nach dem Hauswirtschaftsmodell geführt werden soll, fertig gestellt werden. Der Einzugstermin für die Bewohner ist für den 15. März vorgesehen.

„Wir bewegen uns im festgelegten Kostenrahmen von 9,6 Millionen Euro“, erklärte Vorstandsvorsitzender Ruppert, Ursprünglich sollte das neue Haus mit 72 stationären und zwölf Tagespflegeplätzen allerdings nur 7,9 Millionen Euro kosten. „Wir haben bis jetzt 5,8 Millionen Euro verausgabt, insgesamt vergeben ist ein Volumen von 7,7 Millionen Euro“, erklärte Ruppert.

Während das Pflegeheim von außen schon fast fertig gestellt ist, wird im Innern noch an den Gewerken Trockenbau, Fliesen, Elektro, Malerarbeiten und Natursteinarbeiten gearbeitet.

Der Jahresabschluss 2008 wurde ebenfalls vorgelegt. Hier war der Prüfungsschwerpunkt des Revisionsamtes eine technische Prüfung der Baukosten für das Pflegeheim in Münster. Diese Prüfung sei mittlerweile abgeschlossen und habe zu keinen wesentlichen Beanstandungen geführt.

Ruppert brachte den Haushalt für 2012 ein, dem aber in diesem Jahr keine Diskussion folgte. Die Verbandsmitglieder sollten Gelegenheit haben, das umfangreiche Werk zu studieren, bevor es dann auf der nächsten Versammlung beschlossen wird.

Ausweitung des Geschäftsfeldes des Senio-Verbandes

Diskussionsbedarf gab es zu einer eventuellen Ausweitung des Geschäftsfeldes des Senio-Verbandes. So will die Gemeinde Fischbachtal, die ebenfalls zum Senio-Verband gehört, ein Projekt „Betreutes Wohnen“ auf den Weg bringen. Sie fragte nun an, ob der Verband das 3,5 Millionen teure Gebäude bauen kann und die Gersprenz nach Fertigstellung als Generalmieter auftreten könne.

Insgesamt 24 Wohnungen in den Größen von 40 und 60 Quadratmetern sind geplant für 32 Bewohner. 18 Wohnungen für Betreutes Wohnen gibt es bereits in Reinheim, sechs in Groß-Zimmern. Der Bedarf nach dieser Wohnform wird steigen, da waren sich alle Beteiligten einig. Strittig war hingegen die Frage, ob sich die Senioren das Betreute Wohnen bei einer Kaltmiete von 12,50 Euro pro Quadratmeter auch werden leisten können. Falls die Leistungen eines Pflegedienstes erforderlich werden, wären die noch zusätzlich zu bezahlen. Der Senio-Vorstand soll nun bis zur nächsten Verbandsversammlung weitere Details klären.

Quelle: op-online.de

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