Nah am Altar bei Gregorianika

+
Dicht umlagert waren die Sänger des Vokalensembles Gregorianika am Altar in Altheims kleiner, aber schmucker Kirche.

Münster - „Wunderschön. . . “, „vielen Dank, es war wunderbar. . . “ und „bis nächstes Jahr“ waren nur einige der zahlreichen Lobesbekundungen, die die Gäste am Ausgang nach dem Konzert des Chores Gregorianika aussprachen. Von Peter Back 

Zum Auftakt ihrer Deutschland-Tour 2014, die das siebenstimmige Vokalensemble unter anderem nach Berchtesgaden, Bad Tölz und Göttingen führen wird, gaben die ausgebildeten Sänger aus der Ukraine einen Eindruck ihres Könnens in der evangelischen Kirche an der Kirchstraße in Altheim. Dabei reichte das Spektrum von klassischen einstimmigen Chorälen des frühen Mittelalters über mehrstimmige Stücke bis hin zu Eigenkompositionen. In schlichte Mönchskutten gehüllt, erzeugten Bassist und Dirigent Oleksiy Semenchuk, die Tenöre Volodymyr Popiv, Serhiy Rybyn, Vasyl Melnychuk und Bohdan Slipak sowie die Baritonsänger Taras Strokun und Petro Pavlinskyy mit ihrem rund 90-minütigem a-capella-Vortrag eine mystische Stimmung.

Die dezente Ausleuchtung der im Hochmittelalter um das Jahr 1000 erbauten Kirche trug ihren Teil zu der einzigartigen Atmosphäre bei, von der sich viele Gäste gefangen zu nehmen schienen. „Das melodisch Mystische und die zarte Stimmung haben mir besonders gut gefallen“, schwärmte Irene Reiß aus Reinheim, die betonte, dass ihr Musikgeschmack von der Klassik bis zum Boogie-Woogie reiche. „Als ich die Augen geschlossen hatte, war das Konzert wie eine Meditation“, gewann sie dem Vortrag einen weiteren positiven Aspekt ab.

Weite Anreisen auf sich genommen

Auf einer Bildungsreise hatte sie im Oktober für einen Tag Lemberg, den Heimatort der Sänger im Westen der Ukraine, besucht und ihre musikalische Neugier mit dem Besuch der Oper Nabucco gestillt. Als sie die Konzertankündigung in der Zeitung las stand ihr Entschluss fest: „Gregorianika will ich sehen und hören!“

Einen längeren Anfahrtsweg hatte der 73-jährige Gerd Hübner aus Hamburg, der den Kurzbesuch bei seinem Schwager in Langstadt nutzte, um erstmals ein Konzert mit gregorianischer Musik zu besuchen. „Nach wenigen Liedern hatte ich mich in den Stil hineingehört und bin begeistert“, war er von der musikalischen Vorstellung hingerissen.

„Ich kann Ihnen versprechen, dass Sie heute einen ganz besonderen Abend erleben werden“, hatte Pfarrer Ulrich Möbus schon zur Einführung geweissagt. Bereits vor zwei Jahren war der Chor mit großem Erfolg in Altheim aufgetreten. Dass das erneute Konzert bereits Tage zuvor ausverkauft war, hatte jedoch auch den erfahrenen Geistlichen überrascht und brachte manche Gäste so nahe wie selten an die Altar. Um so vielen Menschen wie möglich den Musikgenuss zu ermöglichen, hatten die Helfer zusätzliche Stühle um den Altar gestellt.

„Wir waren von dem Erfolg überrascht“, zeigte sich Horst Riedner, Mitglied des Kirchenvorstands, der mit fünf weiteren Helfer in der Pause Getränke reichte und für einen reibungslosen Ablauf sorgte, von dem Zuschauerzuspruch ebenfalls überwältigt. „Die Einnahmen fließen der musikalischen Arbeit unserer Pfarrei zu“, informierte Daniel Keller, Mitglied des Kirchenvorstands. Mit zwei Zugaben, darunter dem Wiegenlied „Guten Abend, gute Nacht“ in der Vertonung von Johannes Brahms, verabschiedeten die sieben Sänger die Zuhörer, die mit Standing Ovations und rhythmischem Klatschen ihre Begeisterung ausdrückten, in die Nacht.

Quelle: op-online.de

Kommentare