Siebter Bierkasten-Lauf in Münster

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Über neun Kilometer galt es den Bierkasten zu tragen.

Münster - Man erinnere sich an die Ergebnisse von Volksläufen in der Region: Oft und gerne werden da die zehn Kilometer als Distanz für den halbwegs Trainierten angeboten und im Ziel Zeiten zwischen 32 und 70 Minuten notiert. Von Jens Dörr

Wer den „Zehner“ in weniger als 40 Minuten packt, darf sich durchaus schon zu den ambitionierten Freizeitläufern zählen. Nun stelle man sich vor, man absolviere am Pfingstsonntag einen Lauf über etwa neun Kilometer vom Sportgelände der FSV Münster aus, dann durchs Feld bei Münster, gen Südwesten bis zur Dieburger Mörsmühle und wieder retour zur Freien Sportvereinigung. Das alles aber unter erschwerten Bedingungen: im Team mit zwei oder drei anderen Läufern, als „Gepäck“ ein Kasten Pils mit 24 Flaschen à 0,33 Liter. Und dann wäre da ja noch die Kleinigkeit mit dem Trinken.

Zum siebten Mal veranstalteten die Nachtschwärmer 79 und der Stammtisch Weizekiller aus Münster am Sonntag den „Bierkasten-Lauf“. 13 Teams, überwiegend bestehend aus je drei Herren der Schöpfung, gingen dabei am Nachmittag an den Start. Sie traktierten anschließend weniger ihre Kniegelenke denn ihre Leber: Denn der Sturztrunk gehört zum „Bierkasten-Lauf“ ebenso dazu wie schnelle Beine – sofern man als Erster ins Ziel kommen will. Das Trio „Hello Kitty“ schaffte das im vergangenen Jahr und wiederholte ihren Sieg auch am Sonntag: In der Rekordzeit von 46:45 Minuten lief das Team wieder bei der FSV ein.

Die ersten 80 Meter ohne Bierkasten

Le-Mans-Start beim Münsterer Bierkasten-Lauf.

In dieser Zeit joggten die drei jungen Männer in ihren pinken Shirts wie das Dutzend anderer Teams zunächst im Le-Mans-Start los, was heißt: Etwa 80 Meter waren ohne Bierkasten zu bewältigen, ehe dieser aufgenommen wurde. Im Motorsport wird von einem Le-Mans-Start gesprochen, wenn die Fahrer nicht im Fahrzeug sitzend starten, sondern zunächst einige Meter in ihr Gefährt laufen müssen. Dann die von Nachtschwärmern und Weizekillern gestellte Hauptaufgabe: Der Kasten mit den vollen Flaschen muss über die gesamte Strecke hinweg getragen werden, wobei einzelne Flaschen beim Transport entnommen und separat transportiert werden dürfen. Die erfahrenen Teams wählten fast durchweg diese Methode, mit der der Dritte in der Mannschaft jene zwei entlastete, die gemeinsam den Kasten trugen.

Hinzu kam allerdings eine Aufgabe der alkoholhaltigen Art: An insgesamt acht Stationen konnten die Läufer Pils trinken – und mussten im Team die 24 Flaschen leeren, wenn sie eine Siegchance haben wollten. Die Biere aus dem Kasten blieben dabei ungeöffnet, gereicht wurden gekühlte. Die Wahl, wer aus dem Team wie viele Pils trank und an welcher Station, blieb den Teilnehmern überlassen. Wer aber im Team die 24 Pils nicht getrunken hatte, wurde disqualifiziert.

Acht Bier auf neun Kilometer

Bei gleichmäßiger Aufteilung also kippte sich jeder Teilnehmern in den gewerteten Männerteams im Laufe der neun Kilometer acht Bier, ergo mehr als zweieinhalb Liter, in die Kehle. Teams, die Frauen dabei hatten, durften zu viert ran. Reine Frauenteams mischten keine mit. Der erste Verfolger des Teams „Hello Kitty“ kam nach 48:08 Minuten ins Ziel. Beschwerden über den erst ab 18 Jahren freigegebenen Lauf habe es bislang kaum gegeben, hieß es aus den Reihen der Weizekiller. Nur bei der Premiere verzeichnete ein Teilnehmer ernsthaftere Kreislauf-Probleme. Zur Sicherheit waren aber auch diesmal Rettungskräfte vor Ort. Viel Alkohol in kurzer Zeit und kombiniert mit einer nicht ganz kurzen Laufstrecke und in manchen Jahren unter strahlender Sonne verträgt schließlich nicht jeder.

Eher verhalten getrunken haben dürften die Teilnehmer dann auch am Sonntagabend, als bei Platzregen das DJ-Duo Kalle und Ralle  auflegte. Den Feierhöhepunkt verzeichnete die „Summer Begins Party“ allerdings schon bei wesentlich besserem Wetter am Samstagabend: Obwohl die Veranstaltung Eintritt kostete, ließen sich 1 000 meist jüngere Gäste den Besuch nicht nehmen. Dabei spielten Joe Blob & the 69ers auf, nachdem DJ Wicked aufgelegt und den Prolog gebildet hatte. Das Hobby-Fußballturnier auf dem FSV-Gelände war zu diesem Zeitpunkt bereits beendet.

Quelle: op-online.de

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