Sieg für den Lokalmatador

+
Am Start zum Halbmarathon setzte sich zunächst der spätere Dritte Helmut Mahrenholz (Nummer 343) an die Spitze.

Altheim - Der Lokalmatador hat es wieder geschafft: Timo Grub gewann am Samstagabend den Halbmarathon des diesjährigen „Spitz-Älthemer Volks- und Straßenlauf“ der Volkssportfreunde Altheim. Von Jens Dörr

Der Läufer aus dem Ortsteil, der für den TV Hergershausen antritt, wiederholte damit seine Siege aus den beiden Vorjahren. Zwar musste Grub diesmal härter um Platz eins kämpfen und war auch deutlich langsamer als 2009 (1:13:55 Stunden) und etwas hintan gegenüber 2010 (1:16:48 Stunden), angesichts der Vorbedingungen strahlte er kurz nach dem Zieleinlauf aber Zufriedenheit aus: „Ich habe erst vor acht, Wochen das Training wieder aufgenommen. Am Ende war ich am Anschlag“, so Grub.

Der Altheimer hatte sich einige Zeit mit einer Hüftentzündung geplagt, die er sich in einer Marathon-Vorbereitung zugezogen hatte. Wohl durch Überlastung im Training, wie der Läufer und sein Arzt mutmaßten. Bis zu 200 Kilometer pro Woche hatte der 32-Jährige da absolviert – mit diesem Pensum wollte er die 42,2 Kilometer in Freiburg in weniger als 2:30 Stunden absolvieren. In den hessischen Top Ten wäre Grub damit in jedem Fall gewesen, wenn nicht gar unter den besten Fünf des Landes. Stattdessen zwang ihn die Verletzung zur Absage des Starts.

Nach der Hälfte der Strecke führte René Strosny (Nummer 129) noch vor Timo Grub.

Beim „Spitz-Älthemer“, wie ihn die meisten auch bei seiner 30. Auflage nannten, lieferte sich Grub rund 15 Kilometer lang ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit René Strosny. Der ist Ultra-Läufer, legt auch extreme Distanzen weiter über dem Marathon zurück, startet für den Bautzener LV und hat sich in Roßdorf niedergelassen. Nach der ersten von zwei zehneinhalb Kilometer langen Runden lief Strosny als Erster vorbei am Sportgelände des TSV Altheim, wo sich Start, Ziel und der Bereich fürs Gesellige befanden. Grub hing dabei an seinen Fersen, machte den lockereren Eindruck. Was er selbst allerdings nicht bestätigen mochte: „Am Ende der ersten Runde hatte ich Probleme.“ Mitte der zweiten, die übers Feld durch den Wald und zum Schluss ein kleines Stück durch den Münsterer Ortsteil führte, setzte er sich ab, hatte im Ziel in 1:18:14 Stunden 16 Sekunden Vorsprung vor Strosny.

In diese Sphären stieß nur noch der – mehr als ein Jahrzehnt ältere – Helmut Mahrenholz (TV Hergershausen) vor, der 1:20:11 Stunden „finishte“, wie Läufer und Triathleten so gerne sagen.

Für die meisten blieben diese Zeiten unerreichbar, immerhin 23 der 194 Läufer blieben aber unter 1:30 Stunden. Der besten Frau, Ute Steffek (Laufziel Aschaffenburg, 1:35:30 Stunden), misslang das zwar, zwischen sich und ihre erste Verfolgerin legte sie jedoch stattliche zwei Minuten. Aus der Region gelang Sabine Reichwein-Auer (TV Groß-Umstadt) mit Platz drei der beste Frauen-Rang. Die Siegerin von 2009 kam nach 1:37:39 Stunden ins Ziel.

Von den gastgebenden Volkssportfreunden kam Felix Tramberend in starken 1:26:50 Minuten als Erster ins Ziel und wurde damit Gesamt-15. Das freute auch Kommentatorin Margita Philipsky-Werner, die die Moderation im Ziel bereits seit zweieinhalb Dekaden inne hat. „35 Prozent der Läufer kann ich vom Gesicht her zuordnen“, schätzte sie. Stattlich – neben den 194 Halbmarathon-Läufern am Samstagabend gingen am Sonntagvormittag ja auch noch rund 300 weitere Sportler über fünf und zehn Kilometern sowie in den Schülerläufen in die Spur (separater Bericht folgt).

Sieben Altersklassen-Siege – neben denen von Grub und Mahrenholz – gab es im Halbmarathon derweil für Athleten aus der Region zu bejubeln: Gregor Köbler (TV Groß-Umstadt) entschied die M40 für sich, Karl-Heinz Rosskopf (VfL Münster) die M60. Die Leistung Rosskopfs – Jahrgang 1951 – war mit einer Traumzeit von 1:38:25 Stunden äußerst bemerkenswert. Manfred Hahn war nur wenig langsamer und sicherte dem VfL Münster den Sieg in der Klasse M65. Gisela Lammers (TV Hergershausen) war in der W55 nicht zu schlagen, Annette Krebs, die ebenfalls für den TV läuft, war in der W60 obenauf. Liane Fischer vom TV Dieburg zeigte sich so gar nicht müde und wiederholte ihren Sieg vom Darmstädter Stadtlauf unter der Woche, wenn der auch nicht über die 21,1-Kilometer-Distanz ausgetragen worden war, sondern „nur“ über fünf Kilometer. Felicitas Coulibaly aus Münster rundete als Siegerin der weiblichen Jugend das gute Ergebnis von regionalen Läufern beim Halbmarathon ab.

Weniger um Plätze und Zeiten als ums Ankommen ging es unterdessen für 18 Läufer des Babenhäuser Marathon-Projekts von Heike und Dieter Noll vom TV, die unter dem Namen „0-21-42“ auf den Frankfurt-Marathon im Herbst hinarbeiten.

80 Helfer vor und hinter den Kulissen sowie das DRK Münster sorgten für den Ablauf des Ereignisses, das im vergangenen Jahr durch den Tod eines Läufers aus Hergershausen auf der Strecke getrübt worden war.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare