Silvesterball beim FSV

Stimmungsvoller Abend

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Die Möglichkeit zu tanzen gehört zu den großen Anziehungspunkten beim FSV-Silvesterball.

Münster - „3,2,1 – Prost Neujaaahr!“ – Mit einem Countdown wurde am Silvesterabend natürlich auch in Münster freudig das neue Jahr begrüßt. Die größte Veranstaltung gab es wie immer in der Kulturhalle: Dort lud die FSV zu ihrem Silvesterball. Mit der 33. Von Michael Just

Neuauflage blickt der Verein bereits auf eine lange Tradition. Musikalisch hielten die Organisatoren an Bewährtem fest und engagierten, wie die Jahre zuvor, die Happy Singers. Nach dem Sektempfang bat die Band, die drei Musiker und eine Sängerin zählt, gleich zur ersten Tanzrunde aufs Parkett und stimmte ihre sanften und durchweg tanzbaren Klassiker an. Der Titel „Morgen früh bin ich bei dir“ verhieß dabei vielsagend, dass eine lange Nacht bevorstand.

In geselliger Runde im Freudeskreis stieß auch dieser Tisch auf das neue Jahr an.

Nach dem schwungvollen Einstand wurde das Buffet eröffnet, bevor es mit viel Tanz und Geselligkeit an den Tischen auf Mitternacht zuging. Kaum zu glauben: Die Happy Singers, deren Mitglieder vornehmlich aus Münster kommen, spielen seit drei Jahrzehnten beim Ball und sind hier nicht mehr wegzudenken. „Wir sind mit den Happy Singers alt geworden“, sagt Hildegard Hartfiel (64) aus Rödermark lachend. Mit ihrem Mann und dem angeschlossenen Freundeskreis gehört sie zu den Stammgästen, die immer wieder in der Kulturhalle ins neue Jahr rutschen und nicht zuletzt wegen der Band kommen. Wie sie erzählt, gibt es in Rödermark ebenfalls einen Silvesterball, wobei ihr der in Münster aber einen Tick besser gefalle. „Es ist immer amüsant und stimmungsvoll“, meint sie und ergänzt, dass man auch schon andere Bekannte dazu animiert habe, hierher zu kommen. Einige seien dabei geblieben, andere nicht. Auffallend war beim Blick auf die Gäste, dass der Großteil nicht aus Münster, sondern aus der Umgebung, wie etwa Rödermark oder Babenhausen, stammt. „Aus der Gemeinde sieht man nur wenige Gesichter. Und auch FSV-Mitglieder sind eher rar“, bemerkte dazu ein Mann aus Münster und schickte noch hinterher, dass der Ball wohl eher die „Städter“ anspricht.

Eindeutig eine Münsterin ist Elisabeth Grezo. Wie die Band ist sie seit 30 Jahren beim Silvesterball mit von der Partie. Allerdings gehört sie nicht zum amüsierwilligen Publikum, sondern zu den fleißigen Helfern im Hintergrund – und das im Alter von 85 Jahren. „Heute komme ich von 18 Uhr bis um drei. Am Neujahrstag dann zum Aufräumen von 10 bis 14 Uhr“, sagt sie. Dabei füttert sie vor allem die Spülmaschine, denn frisches Geschirr wird durchweg gebraucht, unter anderem für die Kuchentheke nach Mitternacht. „Mal schauen, ob ich nächstes Jahr noch dabei bin“, sagt die verwitwete Münsterin, die auch bei anderen lokalen Vereinen immer wieder in der Küche hilft. Nun denkt sie langsam ans Aufhören. Auch Monika Ries vom FSV-Vorstand ist mit Grezo in der Küche zu finden: „Hier werden viele Hände gebraucht“, sagt sie über ihren Einsatz.

Die Begrüßung der rund 200 Gäste übernahm der zweite Vorsitzende Reinhold Krikser. Die Halle war nicht ganz so voll wie sonst. „Das hat sich schon beim Vorverkauf abgezeichnet“, berichtet Krikser, der aus der Vergangenheit eher Wartelisten aufgrund der enormen Kartennachfrage kennt. „Bisher haben wir für den Silvesterball keine Werbung gebraucht. Die fuhren wir nach dem verhaltenen Vorverkauf etwas an“, sagt er. Über die Gründe für den Rückgang lässt sich laut FSV-Vorstand nur spekulieren. Eventuell liegt es am leichten Preisanstieg der Karten, aber auch an der Konkurrenz mit immer mehr geöffneten Gaststätten und Kneipen am Silvesterabend in Münster. Auch könnte das Buffet von vor zwei Jahren nachwirken, mit dem nicht alle Gäste zufrieden waren. In der Folge wurde der Caterer gewechselt, der dafür sorgte, dass es letztes Jahr wieder ausschließlich glückliche Gesichter gab. Ebenfalls ein möglicher Grund: Die gehobene Alterstruktur der Gäste, die durchweg jenseits der 60 Jahre liegt. „Jetzt müsste langsam die nächste Generation für den Silvesterball kommen. Das sind aber alles keine Tänzer mehr“, hebt eine Besucherin hervor.

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Egal ob Tänzer oder nicht, wer zum FSV-Silvesterball kam, erlebte einen stimmungsvollen Abend in einem gehobenen und äußerst ansprechenden Ambiente. Um den leichten Rückgang der Gäste wieder auszugleichen, will die FSV im nächsten Jahr mehr Werbung machen. „Vielleicht war es auch nur eine Schwankung, wie sie bei allen Dingen im Leben vorkommt“, zieht Reinhold Krikser diese Möglichkeit ebenfalls in Betracht.

Quelle: op-online.de

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