Silvesterball der Freien Sportvereinigung Münster

Vorliebe für gediegenes Ambiente

+
Diese Gruppe aus Babenhausen kommt seit zwölf Jahren zum Silvesterball nach Münster. „Für uns eine gefühlte Ewigkeit“, heißt es dazu aus der Runde.

Münster - „Und läuft und läuft und läuft... “ Die Überschrift, die einst für die Tradition und Kontinuität eines Automobils formuliert wurde, lässt sich mittlerweile problemlos auf den Silvesterball in Münster übertragen. Von Michael Just

Am letzten Tag des Jahres lud die Freie Sportvereinigung am Silvesterabend zum 37. Mal dazu ein, den Jahreswechsel in der Kulturhalle zu verbringen. Der Abend begann wie gewohnt mit einem Begrüßungssekt im Eingangsbereich. An den Stehtischen war nach Abgabe der Jacken und Mäntel ein unbeschwerter Einstand möglich. Nach einer dreiviertel Stunde ging es in galanter Abendgarderobe die Treppen hoch, um die Plätze an den reservierten Tischen einzunehmen.

Die Begrüßung durch den FSV übernahm Ehrenvorsitzender Werner Schledt. Das passte schon deshalb, da Schledt vor fast 40 Jahren zu den Verantwortlichen gehörte, unter dessen Regie der Ball ins Leben gerufen wurde. „Wir wollen das alte Jahr verlassen und das neue mit Zuversicht beginnen“, stimmte der Münsterer auf einen langen Abend ein. Dazu begrüßte er die Band des Abends als jene „beliebte Hauskapelle“, ohne die der Silvesterball fast undenkbar erscheint. Die ,Happy Singers, die sich 1972 gründeten, gehören seit 1979 und damit von Anfang an, zum Ball. Bevor die Gruppe zum Eröffnungstanz lud, stimmte Bandleader Helmut Gruber ein Solo an. Mit dem Stück „Das ewige Lied“ trug er Romantik, aber auch das Glück in die Halle, bei diesem außergewöhnlichen Abend dabei zu sein.

Der Silvesterball bot ausreichend Gelegenheit zum Tanz auf dem Parkett.

Auf den musikalischen Einstieg erfolgte der kulinarische mit der Eröffnung des Buffets. Damit stand ein Höhepunkt des Abends an, denn dessen Qualität ist eines der wichtigsten Kriterien für viele Besucher, den Ball wahrzunehmen. Gegen halb elf folgt noch ein großes Kaffee- und Kuchenbuffet, damit alle Besucher mit bestmöglicher Kraft für den bevorstehenden Countdown gerüstet sind. „Unser Silvesterball besticht auch dadurch, dass man die ganze Nacht essen kann“, hob Schledt heraus. Es fiel auf, dass sich kaum Münsterer unter die Gäste gemischt hatten. Babenhausen, Hergershausen, Sickenhofen, Dieburg, Dietzenbach, Offenthal oder Dudenhofen stellten sich auf Nachfrage als einige der Anreiseorte heraus. Dass vom FSV nur ein Bruchteil der Mitglieder das Angebot wahrnimmt, führt alljährlich auch in den eigenen Reihen zu Verwunderung. „Unsere Mitglieder werden älter und weniger. Und die Jüngeren gehen auf andere Partys“, lautete dazu der Erklärungsversuch eines Gastes, der tatsächlich aus Münster stammt und obendrein noch Mitglied beim FSV ist. An anderer Stelle wurde angeführt, dass viele lieber zuhause feiern, damit sie problemlos etwas Alkoholisches trinken können.

Für eine sichere Heimfahrt sorgen die Babenhäuser Ballgäste seit Jahren: Die Gruppe ist so groß, dass mehrere Sammeltaxen in Form von Kleinbussen die An- und Abfahrt übernehmen. 14 Leute passen in ein solches Vehikel. Margot und Detlef Kolligs aus Dieburg kamen mit zwei weiteren Pärchen in die Kulturhalle. Beim Lob für die Veranstaltung führen sie vier Hauptgründe an: Dazu zählen das Buffet, die Halle, die Musik und die Gäste, „die alle sehr angenehm sind.“ Mit dem Lob für die Kulturhalle verbinden sie auch eine Kritik an der Dieburger Römerhalle, die als „Fastnachtshalle“ viele Anforderungen, etwa bei der Ausstrahlung, nicht erfüllt.

Partys und Feuerwerk: Die Welt begrüßt 2017

Während die Kolligs erst zum dritten Mal da sind, kommen andere, wie ein Paar aus dem Kreis Offenbach, auf über 25 Besuche. Die lange Verbundenheit zeugt nicht nur von der Qualität der Veranstaltung, sondern auch davon, dass die meisten Gäste in einem gehobenen Alter sind. So waren erneut Besucher Mangelware, die etwa in ihren fünfziger oder vierziger Jahren sind. Wie ein Ehepaar scherzte, gehöre man zu den „Usi‘s“, womit die unter Siebzigjährigen gemeint waren.

Der gehobene Altersschnitt hat aber auch Vorteile: Sämtliche Gäste bilden eine homogene Gruppe, deren Wünsche sich, zum Beispiel beim gediegenen Ambiente, ausnahmslos überschneiden. Das gilt ebenso für die Musik, was Auswahl und Lautstärke angeht.

Mit den Happy Singers treffen sie dabei auf eine Band, deren Musik dem Geschmack der Gäste entspricht. Seit dem ersten Ball 1979 gehört die Band zur ,,Grundausstattung“. Dass die Mitglieder an Silvester seit fast 40 Jahren stets das Gleiche vorhaben, macht ihnen nichts aus. Bisher wurde es nicht vermisst, über Neujahr in den Urlaub zu fahren oder Silvester mal anderweitig mit Freunden zu feiern. „Ich feier’ doch mit Freunden. Die Bandkollegen sind meine Freunde“, entgegnet dazu Helmut Gruber plausibel.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare