Skepsis am Internet per Funk

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Diese Vodafone-Mitarbeiter stellten ihr Breitband-Konzept für Altheim vor (von links): Christopher Mayer (Partneragent Vodafone Shop Dieburg), Petra Cvetko , Sandra Fischer, Martin Hauptvogel und Siegmar Angerer.

Altheim ‐ Viele Menschen nutzen täglich das Internet, oder würden es zumindest gerne, so auch zahlreiche Altheimer. Doch in dem Münsterer Ortsteil ist bislang noch keine flächendeckende Breitband-Grundversorgung vorhanden, weshalb es in der Vergangenheit zahlreiche Klagen gab. Von Jasmin Frank

Das soll sich bald ändern und nach einem Ausschreibungsverfahren fiel die Entscheidung auf den Anbieter Vodafone, der am Dienstagabend den unterversorgten Einwohnern seine Produkte präsentieren wollte.

Doch wer nun davon ausgeht, dass die Altheimer mit Vorfreude und voll positiver Erwartung einer in greifbare Nähe gerückte schnelle Datenübertragung zum Informationsabend gekommen waren, der täuscht sich. Trotz des Aufgebots von gleich vier Fachberatern und dem Partneragent aus Dieburg wurde die Angelegenheit für das Telekommunikationsteam nicht zu einem Heimspiel. Skeptisch, angespannt und nahezu gereizt war die Stimmung des Publikums in der Sport- und Kulturhalle.

Nachdem Siegmar Angerer als Technikexperte seine Einführung in die Möglichkeiten vor Ort absolviert hatte, schloss sich Martin Hauptvogel mit den verschiedenen Spezialangeboten rund um Internet und Telefonie an. Im Anschluss hagelte es von der Hörerschaft kritische Nachfragen. Warum man nicht einfach bei seinem DSL-Anbieter bleiben könne, warum man nicht gleich drei Telefonnummern von der Telekom übernehmen könne und was das Ganze überhaupt bringen solle, wollten die Zuhörer wissen.

Einige Besucher verließen nach kurzer Zeit die Veranstaltung

Die Unternehmensseite hatte den schweren Stand zu vermitteln, dass eine Breitbandlösung via Kabel in Altheim nicht überall möglich sei und Funk eben eine Alternative darstelle, die in Sachen Geschwindigkeit und Sicherheit gleichwertig sei.

„Geht denn Funk überhaupt durch Betonwände“, wurde da gefragt. Und mit der Antwort, dass der Router in der Nähe des Fensters am besten eingesetzt und zudem noch mit einem Verstärker im Haus die Frequenz intensiviert werden könne, waren offenbar nicht alle zufrieden.

Einige der etwa 60 Besucher verließen schon nach kurzer Zeit wieder die Veranstaltung, zumeist den Eindruck hinterlassend, nicht überzeugt worden zu sein. Manche der gestellten Fragen waren zudem akustisch schwer verständlich, da in den hinteren Reihen von den heimischen Experten schon Fachgespräche geführt und Argumente ausgetauscht wurden.

Auch dass die Frage nach den Gesamtkosten vom gewünschten Nutzungsverhalten abhänge, aber zu einem günstigen Einstiegspreis zu haben sei, war nicht leicht zu vermitteln. Die meisten der Anwesenden, die sich zu Wort meldeten, gaben durchweg an, ohnehin schon ISDN oder DSL zu nutzen und gut versorgt zu sein. Für sie sei ein Wechsel eine reine Preis- oder Geschwindigkeitsfrage.

Ob diejenigen, die zur Zeit an einer Breitband-Mangelversorgung leiden, nicht gekommen waren, oder keine Fragen hatten, blieb an diesem Abend unklar. Und ob die mindestens benötigten 25 Verträge für eine noch schnellere Vodafone-Verbindung zustande kommen werden, wohl auch.

Quelle: op-online.de

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