Wie Solarzellen zur Geldanlage werden

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Diplom-Ingenieur Alexander Espenschied (links) und Kreisbeigeordneter Christel Fleischmann bei der Infoveranstaltung zum Solarbürgerpark Goetheschule.

Dieburg/Münster - „Vielen Menschen ist längst bewusst, dass aufgrund des Klimawandels ein Umdenken bei der Nutzung von Energie nötig ist“, erklärte Kreisbeigeordneter Christel Fleischmann. Von Verena Scholze

Mit diesem Hintergrundgedanken startete der Landkreis bereits im Herbst 2007 eine Initiative, Dächer kreiseigener Gebäuden für Photovoltaikanlagen zu verpachten.

Insgesamt sieben von Bürgern betriebene Anlagen wurden von Dezember 2007 bis heute installiert und weitere zehn sind für 2009 geplant“, berichtete Christel Fleischmann. „Diese können in Betrieb genommen werden, sobald die vorgesehenen Schuldächer saniert sind.“ Bisher sind die Dächer der Friedrich-Ebert-Schule in Pfungstadt, der Hähnleiner Schule in Alsbach-Hähnlein, der Goetheschule in Dieburg, der Hans-Quick-Schule in Bickenbach, der Schule auf der Aue in Münster sowie auf der Kompostierungsanlage in Alsbach-Hähnlein verpachtet worden.

Die erste Bürgersolaranlage im Landkreis soll nun bereits in den Sommerferien auf dem Dach der Dieburger Goetheschule montiert und in Betrieb genommen werden. Mit dieser Anlage erhalten die Mitbürger die Gelegenheit, sich an der Einrichtung zu beteiligen, und von der Ertragsausschüttung zu profitieren. Hierzu fand eine Informationsveranstaltung im Kreishaus statt, zu der sich viele Interessierte eingefunden hatten, um sich über die technischen Details der Solaranlage auf dem Dach der Goetheschule sowie über die Bedingungen einer Beteiligung an diesem Projekt aufklären zu lassen.

Mit der Firma Inek Solar AG hat der Landkreis einen kompetenten Projektpartner mit jahrelanger Erfahrung gewählt. „Wir haben im Raum Rüsselsheim und Groß-Gerau bereits 15 Solarparkmodelle sowie fünf Bürgerparks gebaut“, berichtete Diplom-Ingenieur Alexander Espenschied. Mit den Bürgerparks will Espenschied das Umweltbewusstsein der Bürger fördern und konnte bereits viel Interesse feststellen. „Mit der Stromproduktion bei dem Projekt auf dem Dach der Goetheschule können rund 30 Drei-Personen-Haushalte versorgt werden“, erläuterte Espenschied den Anwesenden.

Infos sind auf der Internetseite der Firma Inek Solar zu finden

Das Projekt des Bürgerparks Goetheschule sieht die Gründung einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) vor, die bereits in diesen Tagen erfolgte. Dieser GbR treten die Interessenten als Anteilseigner bei. „Der Mindesteinstieg liegt bei 5 000 Euro pro Person“, sagte Espenschied. Die Verträge werden über einen Zeitraum von 20 Jahren geschlossen und sehen in einem Fünfjahres-Rhythmus ein gestaffeltes Pachtentgelt vor. „Wir möchten mehr Menschen dafür gewinnen, dass sie auf unseren Dächern Photovoltaikanlagen einrichten“, so Kreisbeigeordneter Fleischmann. Bei einer Renditeerwartung zwischen vier und sieben Prozent ist diese Beteiligung nicht nur finanziell lukrativ. Die Nutzung von erneuerbaren Energien sei auch vor dem Hintergrund steigender Energiepreise, Ressourcenknappheit und Klimawandel unverzichtbar. Die Konditionen, zu denen der Kreis die Dachflächen verpachtet, seien günstig, betonte Fleischmann.

Das Dach der Goetheschule wurde bereits von Statikern überprüft und alle notwendigen Voraussetzungen seien gegeben. „Die Bedingungen für eine Anlage sind sehr gut“, erklärte Espenschied, „da das Dach fast genau nach Süden zeigt.“ Die Umsetzung der Anlage findet bereits in den Sommerferien statt.

Aufgrund der Wirtschaftskrise haben wir seit letztem Jahr einen Preisverfall bei den Modulen von 15 bis 20 Prozent zu verzeichnen“, erklärte Espenschied den Interessenten. „Da ein Preisanstieg bis nächstes Jahr wieder zu erwarten ist, ist nun die beste Zeit, um in eine Anlage zu investieren“, erläuterte Espenschied weiter.

Das Modell kam bei den Interessenten gut an – viele hatten sich bereits im Vorfeld informiert und stellten gezielt Fragen zu Anlage und Bürgersolarpark. „Das Modell macht Sinn“, bemerkte ein Herr, der bereits in ähnliche Anlagen sowie in Windkraft investiert. „Es beinhaltet ein gutes Konzept und ist einfach und klar in der Struktur.“

Quelle: op-online.de

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