Spatenstich für Neubau: Mit 100 Mitarbeitern von Dieburg nach Münster

In einem Jahr ist Osartis da

Haben den Spatenstich vorgenommen (v.l.): Clara Heimsoth, Mario Bernd Liebchen (beide Goldbeck Südwest), Osartis-Prokurist Roman Kähm, Osartis-Geschäftsführer Daniel Zukowski, Katharina Thom (Gemeinde-Bauamt), Bürgermeister Joachim Schledt und Volker Stirnal (Leiter Qualitätsmanagement Osartis).
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Haben den Spatenstich vorgenommen (v.l.): Clara Heimsoth, Mario Bernd Liebchen (beide Goldbeck Südwest), Osartis-Prokurist Roman Kähm, Osartis-Geschäftsführer Daniel Zukowski, Katharina Thom (Gemeinde-Bauamt), Bürgermeister Joachim Schledt und Volker Stirnal (Osartis-Prokurist).

Die Entwicklung des größten Gewerbe-Grundstücks im Münsterer Baugebiet „Im Seerich“ nimmt ab sofort Gestalt an: Am Montag erfolgte der Spatenstich für den Neubau eines Bürogebäudes sowie einer Produktions- und Lagerhalle der Osartis GmbH.

Münster – Das Medizintechnik-Unternehmen Osartis, das seit 2016 zu einer italienischen Holding gehört, zieht mit 100 Mitarbeitern von verstreuten Standorten im Dieburger Industriegebiet-Nord an die neue Adresse „Auf der Beune 101“. Dies soll schon in einem Jahr vollzogen sein.

Das Tempo, das Osartis und die als Planer und Generalunternehmer beauftragte Goldbeck Südwest GmbH anschlagen, lässt aufhorchen: Schließlich ist am genannten Standort derzeit noch eine 13 000 Quadratmeter große Wiese zu finden. Zwei Bagger bildeten zu Wochenbeginn die Vorhut für die anstehenden Bauaktivitäten, die im Frühjahr 2022 abgeschlossen sein sollen. Zugleich wechselt auch der Firmensitz nach Münster, was der an Gewerbesteuer armen Gemeinde auch in dieser Hinsicht Perspektiven schafft.

Mein Kollege aus Dieburg hat mir gratuliert.

Münsters Bürgermeister Joachim Schledt

Münster lässt die Flächen im Baugebiet „Im Seerich“, das sich in ein reines Gewerbegebiet, ein Mischgebiet und ein reines Wohngebiet aufteilt, seit einigen Jahren von der LBBW Kommunalentwicklung (Stuttgart) vermarkten, behält über seine Gremien aber stets die Hoheit darüber, wer sich am Ortsausgang Richtung Altheim ansiedelt. Osartis ist der dickste Fisch, den Münster an die Angel bekommen hat. „Mein Kollege aus Dieburg hat mir gratuliert“, sagte Münsters Bürgermeister Joachim Schledt beim Spatenstich über den Dieburger Verwaltungschef Frank Haus (beide parteilos).

In Dieburg war Osartis 1994 in der Lagerstraße von einigen früheren Merck-Mitarbeitern gegründet worden. Bis zu seinem Umzug wird es 28 Jahre lang im Mittelzentrum angesiedelt gewesen sein. Zu Beginn trug das Unternehmen noch den Namen Coripharm Medizinprodukte GmbH. Nach kontinuierlichem Wachstum und strukturellen Veränderungen – unter anderem der eingangs erwähnten Übernahme durch die Mailänder Demetra Holding – sind die Räumlichkeiten in Dieburg aber zu eng geworden und erlauben keine Weiterentwicklung mehr.

Diese wäre prinzipiell im geplanten Dieburger Gewerbegebiet „Auf die Allmendländer“ (westlich der Bahnlinie zwischen Dieburg und Münster) denkbar gewesen. Doch dessen Entwicklung zieht sich in Dieburg seit Jahren hin. In Münster fand Osartis hingegen ein Areal, das die Expansion jetzt ermöglicht.

Osartis hofft nun auf grünes Licht für Baubeginn in Münster

Auch wenn die Münsterer Gemeindevertreter noch den Bebauungsplan verabschieden müssen, verfügt Osartis bereits über eine Teilbaugenehmigung und kann mit der Erschließung beginnen. „Der Rest liegt noch beim Kreisbauamt“, teilte am Montag Osartis-Geschäftsführer Daniel Zukowski mit. Für diesen Rest erhoffe man grünes Licht „im nächsten Monat“. Man wolle „in zehn bis elf Monaten fertig“ sein.

So soll das neue Osartis-Gebäude aussehen. Geplant ist, dass die Bauaktivitäten im Frühjahr 2022 abgeschlossen sind.

Womöglich also schon im April 2022 wird der Mittelständler seine globalen Geschäfte (Osartis vertreibt seine Produkte in 80 Ländern) von Münster aus betreiben. Kern der Tätigkeit sind Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Medizinprodukten, die in der Orthopädie sowie in der Unfall- und Wirbelsäulenchirurgie eingesetzt werden – ausschließlich im Operationssaal. Dazu zählen beispielsweise Knochenzemente zur Verankerung von Gelenkprothesen und synthetische Knochenersatz-Stoffe aus Ausgangsstoffen, die chemisch den körpereigenen Stoffen ähneln.

Im baldigen Münsterer Gewerbebetrieb arbeiten Männer und Frauen aus verschiedenen Berufsgruppen. So besteht etwa die ein Dutzend Mitarbeiter umfassende Entwicklungsabteilung aus Ingenieuren, Naturwissenschaftlern und Technikern. (Von Jens Dörr)

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