„Unerklärliche Blockade“

Münster - Die Zusammenarbeit zwischen den Fraktionen in der Münsterer Gemeindevertretung hat einen empfindlichen Dämpfer erhalten. Grund ist der Richtungswechsel der CDU in der Frage der Verlegung der Sportstätten des SV Münster.

Die SPD-Fraktion erklärte hierzu in einer Pressemitteilung, die Fraktionen der Sozialdemokraten und der ALMA hätten entsetzt zur Kenntnis genommen, dass die CDU-Fraktion in einer radikalen Kehrtwende in altes Machtgehabe zurückfiele. „Schluss mit der Zusammenarbeit beim so wichtigen Thema Ortsentwicklung Am Mäusberg“ und Verlagerung der SV-Sportstätte, kommentiert die SPD-Fraktion die Entscheidung der Union.

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„Sportzentrum quasi zum Nulltarif“

Der Fraktionsvorsitzende der SPD, Bernd Fritsch, erinnert daran, dass sich Ende letzten Jahres noch alle Fraktionen einig gewesen seien, wenn die Machbarkeitsstudie eine schwarze Null ergäbe, dann würde der Mäusberg städtebaulich erschlossen und ein Sportzentrum neben dem bestehenden Gersprenzstadion errichtet. „In der Projektgruppe Mäusberg/Sportpark hatten unter der Leitung des stellvertretenden Vorsitzenden der Agenda 21-Gruppe, Heinz Willi Dubbel, Vereinsvertretern und Vertreter aus CDU, SPD und ALMA nach seriösen Recherchen, in denen auch Angebote von Unternehmen eingeflossen waren, die Machbarkeit festgestellt“, so Fritsch.

Das renommierte Planungsbüro Terramag habe zudem mit seiner Untersuchung die Machbarkeit des Projekts bestätigt. Es sei daher unverständlich, warum die CDU dieses Projekt blockiere, kritisierte Fritsch und betonte zugleich dessen „große Bedeutung für das Wohl der Gemeinde in der Zukunft“. Heute habe Münster noch die Chance, seine Stärken zu nutzen.

„Welche Gemeinde im Rhein-Main-Gebiet kann ein attraktives Baugebiet in der Ortsmitte bieten, kann jungen Familien und älteren Mitmenschen bezahlbare Wohnungen in zentral gelegenen Mehrfamilienhäusern anbieten und ohne Kosten eine moderne Sportstätte errichten, die es den Vereinen erlaubt, weiterhin bedarfsgerechte Sportangebote an alle Altersklassen zu machen und die Möglichkeit zur Expansion bietet?“, fragt Fritsch und betont, dass kein Verein in Münster durch diesesProjekt benachteiligt werde. Kein Verein erhalte dadurch auch nur einen einzigen Cent weniger Förderung.

Bei der Frage nach den finanziellen Aspekten verweisen die Münsterer Sozialdemokraten auf die zu erwartenden Einkünfte aus dem Projekt. „Ein städtebaulich erschlossener Mäusberg mit 250 neuen Einwohnern bringt jährlich steuerliche Mehreinnahmen von 170.000 Euro. Das hessische Innenministerium befürwortet eindeutig dieses Projekt und hat Bereitschaft signalisiert, zu den bereits für den Kunstrasenplatz zugesagten 100.000 Euro noch etwas draufzulegen.“

(ses)

Quelle: op-online.de

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