SPD kürt Kandidaten für Bürgermeisterwahl 2014

Gerald Frank: Ich kann es

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Nach der Kandidatenkür ist vor der Bürgermeisterwahl: Unser Bild zeigt von links Gehard Dahms, Claudia und Gerald Frank, Elisabeth Happel und Klaus Rainer Bulang.

Münster - Die Sozialdemokraten haben ihn nun auch! Nachdem die CDU mit Udo Beutler bereits im Juni ihren Bürgermeisterkandidaten für die Wahl 2014 vorgestellt hatte, wuchs die Spannung innerhalb der Gemeinde, wen die SPD aufbieten wird. Von Michael Just

Nun ist‘s raus: Der Mann heißt Gerald Frank, seines Zeichens Vorsitzender beim SPD-Ortsverein und stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Am Freitagabend wurde der 54-Jährige im Storchenschulhaus für die Wahl um die Nachfolge von Walter Blank von rund 30 Parteimitgliedern gekürt und ins Rennen geschickt. Frank musste sich keines Gegenkandidaten erwehren. Bis auf eine Enthaltung sprachen sich die Genossen eindeutig für seine Person aus. Beobachter hatten sich schon im Vorfeld weitestgehend auf ihn festgelegt. Für sie war schon früh klar, dass es eigentlich nur der gebürtige Offenbacher werden kann. Seit seiner Wahl zum Parteivorsitzenden im Jahre 2009 zeigte der sich stets engagiert und entwickelte sich – neben seiner Tätigkeit als Gemeindevertreter und Ausschussmitglied – zum kommunalen Aushängeschild seiner Partei.

„Wir haben sehr intensiv an diesem Thema gearbeitet“

Trotzdem machten sich seine Kollegen im Vorfeld mit der Einrichtung einer Findungskommission erstmal reichlich Mühe, den bestmöglichen Kandidaten ans Tageslicht zu holen. Zur Kommission gehörten Fraktionsvorsitzender Klaus Rainer Bulang, die Gemeindevorstandsmitglieder Gerhard Dahms und Elisabeth Happel sowie Gerald Frank als Parteivorsitzender selbst. „Wir haben sehr intensiv an diesem Thema gearbeitet und uns viele Fragen gestellt“, erzählt Elisabeth Happel. Schließlich würde der Kandidat mit vielen Anforderungen konfrontiert. Für die beste Lösung schaute man sich sogar im Unterbezirk um und hätte sich auch mit einem Kandidaten beziehungsweise späteren Bürgermeister anfreunden können, der, wie in Messel, nicht aus dem Ort kommt. Mit Frank hat man laut Happel zum Glück aber einen optimalen Kandidaten aus den eigenen Reihen gefunden. „Seit 2007 engagiert er sich politisch. Und er brennt für Münster“, hob Happel heraus.

„Das ist für mich eine große Verpflichtung. Es geht nicht nur um euer Vertrauen, sondern auch um eure Hoffnung, dass nach Jahrzehnten endlich wieder ein Sozialdemokrat auf dem Chefsessel im Rathaus sitzt“, sagte Frank in seinen Dankesworten. Frank, der sich als Pragmatiker betrachtet, entstammt aus einer sozialdemokratischen Familie. Sein Vater trat bereits 1945 in die Partei ein und war Stadtverordneter in Offenbach. Gerald Frank kam 2004 kam nach Münster und baute hier ein Haus. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Der studierte Lehrer arbeitet bei der Stiftung deutsche Sporthilfe in Frankfurt. Seine Hobbies sind, neben der Politik, Sport und Lesen. Als ehemaliger Fußballer, Volleyballer und jetziger Radfahrer gibt er die sportmännischen Schlagworte Leistung, Fairness und Miteinander für seinen Wahlkampf aus.

Letzter SPD-Bürgermeister vor Jahrzehnten

Die Frage, ob es ein Vorteil ist, nicht gegen Walter Blank und dessen Amtsbonus antreten zu müssen, wird mit einer unerwarteten Antwort quittiert: „Damit habe ich mich nicht beschäftigt. Schwächere Mannschaften stellen sich auf den Gegner ein um wenig Schaden davonzutragen, gute und selbstbewusste Teams konzentrieren sich auf ihr eigenes Spiel.“ Der letzte SPD-Bürgermeister war in Münster vor Jahrzehnten im Amt. Die Tatsache, dass in jüngster Zeit ein Genosse nach dem anderen bei den Wahlen zum Verwaltungschef immer wieder zum Teil herbe Niederlagen einstecken musste, tangiert Frank auf Nachfrage kaum: „Ich gucke nach vorne, ich muss mein Ding machen.“ Dazu habe er etwas in die Waagschale zu werfen. Beim Blick auf die hohe Latte fürs Bürgermeisteramt hält es Frank – selbstbewusst – mit Barack Obama: „Ich kann es und ich will es auch.“

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Quelle: op-online.de

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