Spirituell wider die Unterdrückung

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Volker Dietz von Ars Honesta führte neben Angelika Hahn und Bürgermeister Walter Blank (v. rechts) in die Ausstellung ein.

Münster - Es ist eine kleine Ausstellung großflächiger Bilder in beengtem Rathausfoyer, die am Donnerstagnachmittag vor rund zwei Dutzend Zuschauern eröffnet wurde. Von Thomas Meier

Und es ist eine weitgereiste Schau anklagender Gemälde, die weltweit durch mehr als 40 Länder und 200 Städte tourte, um nun (in stark reduzierter Zahl an Exponaten) im kleinen Münster von Spiritualität und Menschenrechten zu künden, die beide in China sehr zu leiden hätten.

Zur Eröffnung sprach der Vorstandsvorsitzende von Ars Honesta, dem Deutschen Verein für Kunst und Menschenrechte, Volker Dietz. Ihm und dem in Münster lebenden Vereinsmitglied Angelika Hahn ist es zu verdanken, dass die „Internationale Kunstausstellung Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit, Nachsicht“ im Rathaus zu sehen ist. Und dafür dankte auch Bürgermeister Walter Blank, der zur Vernissage eingeladen hatte.

Dietz ging kurz auf die rund 50 an der Ausstellung beteiligten Künstler ein, die sich in New York zusammenfanden. Es sind fast ausschließlich chinesische Emigranten, die in ihren Werken die Unterdrückung und die Menschenrechtsverletzungen in ihrem Heimatland anprangern. Allen gemein ist: Sie gehören Falun Gong an, einer neuen aus China stammenden religiösen Bewegung, die dort seit 1999 verboten ist.

Die Prinzipien Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht seien den Falun Gong-Anhängern heilig, sagte Dietz, die spirituelle Methode zur Kultivierung von Körper und Geist heraushebend, die sich auch in den Kunstwerken widerspiegele. Die Künstler strebten nach einem Selbst, das frei von Egoismus, Intoleranz und Begierden sein soll. „Durch das Praktizieren haben diese Künstler schließlich erkannt, dass die reinste und schönste Form des künstlerischen Ausdrucks durch die orthodoxe Kunst geschieht“, dozierte Dietz vor den teilweise monumentalen Bildern, deren oftmals schlichter Ausdruck an die Bildhaftigkeit von Zeugen Jehovas Wachturm-Bildchen erinnert. Kinder mit großen Augen und Tränen darin, Frieden spendende, gütig lächelnde Engel und geschundene Frauen, die dennoch ihren Stolz im Blick nicht verloren haben, finden sich immer wieder als Motive.

Falun Gong ist ein Kultivierungsweg gegen den Sittenverfall und das daraus resultierende zunehmende Leiden der Menschheit - zwei Dutzend Bilder hierüber sind bis 29. April zu den Öffnungszeiten im Rathaus zu sehen.

Quelle: op-online.de

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