„Sportzentrum quasi zum Nulltarif“

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Münsters Mäusberg von oben betrachtet: Hier könnte schon bald eine neue innerörtliche Entwicklung vonstatten gehen, wenn der SV-Sportplatz neben das Gesprenzstadion verlegt wird.

Münster - Die SPD sieht nur Gewinner durch die Entwicklung des Mäusbergs und empfiehlt, die Chance zu nutzen.

Seit Wochen wurde mit großer Erwartung die Machbarkeitsstudie zur städtebaulichen Entwicklung des Mäusbergs und der damit verbundenen Verlagerung des SV-Sportgeländes neben das bestehende Gersprenzstadion entgegen gesehen. Nun wurde die Studie im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss präsentiert.

„Nach eingehender Diskussion der präsentierten Zahlen kann davon ausgegangen werden, dass eine Umsetzung ohne zusätzlichen finanziellen Aufwand für die Gemeinde möglich ist. Die Vermarktungserlöse des gemeindeeigenen Mäusbergs lassen sogar einen Überschuss erwarten. Eine Umsetzung hätte nur Gewinner“, heißt es hierzu in einer Pressemitteilung der SPD Münster.

Aufgabe des Planungsbüros war, zu prüfen, ob der Bau eines Sportzentrums neben dem Gersprenzstadion durch Vermarktungserlöse einer städtebaulichen Erschließung des Mäusberg-Areals finanziert werden kann (wir berichteten). Laut SPD lasse sich aus den vom Planungsbüro vorlegten Zahlen herauslesen, dass für eine 1:1-Umsiedlung der bestehenden Infrastruktur vom Mäusberg zu einem neuen Sportzentrum neben dem Gersprenzstadion die finanziellen Erlöse nicht nur ausreichten, sondern sogar um einen nicht unbeträchtlichen Betrag übersteigen würden.

Studie bestätigt Arbeitskreis

Bevor die Studie in Auftrag gegeben wurde, hatte die Gemeinde im vergangenen Jahr einen Arbeitskreis unter der Leitung des stellvertretenden Agenda 21-Vorsitzenden Heinz Willi Dubbel eingesetzt, in dem Gemeindevertreter von CDU, SPD und ALMA sowie die Vereinsvorstände von SV Münster und FSV Münster mitarbeiteten. „Der Arbeitskreis war nach umfangreichen Recherchen zu dem Ergebnis gekommen, dass das neue Sportzentrum kostendeckend erstellt werden kann“, sagte Dubbel, „die Studie hat dieses Ergebnis bestätigt.“

Es ergebe sich nun für die Gemeinde eine großartige Chance, einen zukunftsweisenden Schritt zu machen. Dubbel wies auch darauf hin, dass ein Vertreter des hessischen Innenministeriums sich nach der Präsentation des Konzepts eindeutig für ein neues Sportzentrum gegenüber einem Verbleib des SV auf dem Mäusberg ausgesprochen und eine zusätzliche Förderung zugesagt habe. Auch für den FSV bestehe nach wie vor die Option, sich mit der Fußballabteilung dorthin zu verändern.

„Als Voraussetzung für eine Umsetzung wurde gefordert, dass für die Gemeinde am Ende eine schwarze Null da steht. Die Studie hat das klar erwiesen“, sagte Bauausschuss-Mitglied Edmund Galli und warnte, diese Chance verstreichen zu lassen. Die Sportinfrastruktur gehöre zudem zu den Standortfaktoren im Wettbewerb mit anderen Gemeinden. Ein neues, modernes Sportzentrum würde insgesamt die Attraktivität Münsters wesentlich erhöhen.

Ein Glücksfall für Münster

Münsters neuer Bürgermeister Gerald Frank, der diesen Monat sein Amt antritt, erklärte, jetzt müsse man in der Gemeindevertretung die richtige Entscheidung treffen: „Mir steht das Sportzentrum zu sehr im Mittelpunkt der Diskussion. Es geht hier vielmehr um die zukunftsträchtige Entwicklung unserer Gemeinde. Mit der städtebaulichen Entwicklung des Mäusbergs würden wir unser Ortsinneres stärken und durch Mehrfamilienhäuser ein Wohnungsangebot schaffen, das wir aufgrund des demographischen Wandels dringend brauchen.“

Die Gelegenheit, gleichzeitig ein neues Sportzentrum zu bekommen, ohne drauflegen zu müssen, bezeichnete er als Glücksfall, um den andere Gemeinden Münster beneideten. Ein städtebaulich erschlossener Mäusberg würde sich auch finanziell lohnen: Perspektivisch würden rund 250 neue Einwohner jährlich zusätzliche Steuereinnahmen von 170.000 Euro in die klamme Gemeindekasse spülen und die Kaufkraft im Ort stärken.

tm

Quelle: op-online.de

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