Auf der Spur des Biebers

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Die Teilnehmer der Bieber-Expedition hatten allerhand unterwegs zu beobachten, Ferngläser waren dabei sehr hilfreich.

Münster - Etwa alle drei Wochen treffen sich die Jungen und Mädchen der NABU-Ortsgruppe Münster, die sogenannten Naturfüchse, und erleben Abenteuerliches in der nächsten Umgebung. Von Jasmin Frank

So auch kürzlich, als sich die Steppkes aus Münster und Eppertshausen auf den Weg machen, um den Vogelzug zu beobachten und um den Biber zu finden, der seit ein bis zwei Jahren an der Gersprenz wohnt.

Ob wir den Staudammbauer wirklich zu Gesicht bekommen, kann ich euch nicht sagen“, erklärt Gruppenleiterin Hildegard Jacob den Kindern, „aber er hinterlässt seine Spuren. Und damit meine ich nicht nur Fußabdrücke, sondern auch abgenagte Bäume.“ Jetzt heißt es suchen, also springen die Teilnehmer auf die Räder und legen los, immer die Gersprenz entlang in Richtung Hergershausen. Schon bald wird wieder angehalten, denn Betreuerin Ilse Kissner hat etwas entdeckt: „Nehmt mal alle eure Ferngläser und schaut dort rüber zu den Kühen. Da könnt ihr einen Reiher sehen“, ruft die engagierte Naturkundlerin. Doch was sie mit geübtem Auge auf Anhieb erkennt, müssen sich die Laien mit Geduld und etwas Fantasie erst erarbeiten, doch bald sieht es jeder: Auf der Wiese stelzt zwischen den grasenden Wiederkäuern tatsächlich ein Graureiher umher.

Wer sich über das Kinderprogramm informieren möchte, kann dies auf der Homepage des Nabu tun. 

Aber die Kinder wollen weiter, schließlich gilt es den Biber zu finden und dazu muss die Gersprenz erst einmal umrundet werden. Auf dem Weg gibt es noch viel mehr zu sehen: Bäume, die Kormoranen als Nistplätze dienen und wegen des Kotes der Vögel abgestorben sind, oder eine Fischtreppe, die es den Tieren erlaubt, das für sie sonst unpassierbare Wehr zu umrunden. Und schließlich geht der Blick immer wieder in den Himmel, denn während der etwa einstündigen Tour wird die Gruppe ganze sechs mal von Zugvögeln überflogen.

Wegen Klimaerwärmung überwintern manche Zugvögel hier

Viele Vögel, die früh starten, wie Störche und Mauersegler, sind schon lange weg. Aber Enten, Kraniche und Kormorane fliegen auch jetzt noch“, weiß Hildegard Jacob. Immer wieder erläutert sie kindgerecht das Geschehen in der Natur, so berichtet sie auch, dass einige Vögel wegen der Klimaerwärmung gar nicht mehr in den Süden fliegen und einfach hier überwintern. Die Kinder lernen also quasi nebenbei und haben Spaß daran, so auch der neunjährige Simon Henne, der schon an vielen Aktionen teilgenommen hat und einiges zu berichten weiß: „Mir macht besonders Spaß, durch das Fernglas zu schauen. Aber gezeltet haben wir auch schon, dass war toll. Am besten war die Teichuntersuchung. Da habe ich eine Gelbrandkäferlarve aus dem Wasser geholt. Die ist richtig groß und frisst kleine Fische.“

Zum Tiere fangen kommt an diesem Tag aber keiner mehr und auch der Biber lässt sich nirgendwo blicken. Doch nach emsiger Suche im Gebüsch entdeckt NABU-Organisatorin Jacob doch noch dessen Markenzeichen: Einen abgenagten und gefällten Baum. Damit sind die Kinder beruhigt, denn für sie ist wichtig, dass das vom Aussterben bedrohte Tier hier in Münster zu Hause ist und vielleicht sehen sie den Nager ja das nächste Mal, wenn es wieder auf Entdeckungsreise geht.

Quelle: op-online.de

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