Stattlich-schöne Luftreiniger

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Noch um einiges höher als diese gekreuzte Pappelart sollen die beiden frisch eingepflanzten einheimischen Schwarzpappeln werden.

Münster ‐ Wer rund um Münster gern spazieren geht, kann entlang der Gersprenz zahlreiche Weiden und Pappeln sehen. Von Jasmin Frank

Doch die meisten davon sind keine einheimischen Gewächse, denn seit dem 17. Jahrhundert werden in Europa auch amerikanische Schwarzpappeln und Schwarzpappelhybriden angepflanzt, die aus Kreuzungen der amerikanischen mit der hiesigen Schwarzpappel hervorgegangen sind.

Weltweit gibt es rund 60 Pappelarten, doch von der vom Aussterben bedrohten Variante gibt in Deutschland nur noch etwa 2 500 Exemplare.

Grund genug für die Münsterer Agenda-Gruppe und die Gemeinde, diesem Problem Abhilfe zu schaffen, weshalb am Montag zwei Schwarzpappeln am Stollgraben zwischen Munastraße und der Radbrücke zum Freizeitzentrum gepflanzt wurden. „Das Setzen zweier Bäume ist zunächst einmal nur ein kleiner Schritt. Wir planen jedoch noch mehr der Bäume, die auf der roten Liste stehen, zu pflanzen, wenn wir im Herbst unser nächstes Projekt, die Flussrenaturierung der Gersprenz, in Angriff nehmen“, erläutertRenate Waldschmitt von der Agenda-Gruppe.

Pläne und Ideen in Angriff nehmen

Die Agendagruppe und Bürgermeister Walter Blank pflanzten am Montag zwei vom Aussterben bedrohte junge Schwarzpappeln. Foto: Frank

Bürgermeister Walter Blank freut über die aktiven Münsterer, die sich in einem lockeren Bündnis zusammengetan haben und der Gemeinde immer wieder beratend zur Seite stehen. So kann als Erfolg verbucht werden, dass in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale Hessen eine Energieberatung im Rathaus der Gemeinde angeboten wird. „Wir haben viele Pläne und Ideen, derzeit befassen wir uns auch mit den Sammelcontainern vor dem Jugendzentrum, die kein schönes Bild abgeben, wenn man aus Richtung Breitefeld nach Münster hinein fährt. Sie wurden jetzt schon versetzt und wenn möglich, soll noch eine kleine Rabatte angelegt werden“, informiert Waldschmitt.

Die kreative Landschaftsarchitektin, die sich seit der Gründung der Gruppe im Jahr 1999 für Münster engagiert, hat gemeinsam mit ihren Mitstreitern eine Vision: Eine grüne Verbindung des Bürgerparks vorbei am Rathaus bis hin zum Bahnhofsvorplatz. „Das würde gerade der Ortsmitte ein schönes Aussehen verleihen und die Gemeinde insgesamt verschönern“, sind sich die Agendagruppenmitglieder einig.

Schwarzpappel binden Kohlendioxid aus der Luft

Doch zunächst geht es mit zwei Schwarzpappeln los, die nun genügend Zeit haben, auf stattliche 35 Meter Höhe zu wachsen. Die Bäume, die bis zu 200 Jahre alt werden, sind nicht nur durch ihre Produkte wie Samen und Knospen vielseitig als Füll- und Isoliermaterial oder als Salben einsetzbar, sondern haben eine zusätzliche wichtige Funktion: Keine andere Baumart kann laut Kuratorium „Baum des Jahres“ mehr Kohlendioxid aus der Luft binden und damit den Treibhauseffekt bremsen – weshalb die Schwarzpappel im Jahr 2006 für den renommierten Titel ausgewählt worden war.

Jetzt erfreut sie die Münsterer Spaziergänger mit ihrem hohen Wuchs und mit viel frischer Luft.

Quelle: op-online.de

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