Münsterer Hallenbad wieder geöffnet

Sterilfilter sind Lösung

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Luise Schmidtke, Bauamtsmitarbeiterin und Projektleiterin im Münsterer Hallenbad, vergewissert sich ein letztes Mal, dass die Installationsfirma die sterilen Endfilter korrekt einbaut. Kurz darauf gibt sie ihr Okay an Bürgermeister Blank – das Hallenbad kann nun wieder geöffnet werden.

Münster - Mit Zustimmung der Gesundheitsbehörde kann die Gemeinde Münster ihr Hallenbad am Montag wieder in Betrieb nehmen und am Dienstag für den allgemeinen Badebetrieb öffnen. Dies teilte Bürgermeister Walter Blank gestern Nachmittag mit.

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Das Hallenbad war am 18. Dezember auf Weisung der Kreisverwaltung Darmstadt-Dieburg geschlossen worden, nachdem eine routinemäßige Probe eine unzulässig hohe Verunreinigung des Wassers mit Legionellen-Bakterien aufgewiesen hatte. Legionellen können – über den Atem aufgenommen – zu schwerer, bisweilen tödlicher Lungenentzündung führen. Die Sicherheits-Standards sind daher hoch, „und die Gesundheit unserer Besucher steht natürlich an erster Stelle“, versichert der Münsterer Bürgermeister Walter Blank, den die Schlagzeilen um das kommunale Bad in der Vorweihnachtszeit so gar nicht erfreuten.

Das Hallenbad ist in Münster zu einem politischen Dauerthema geworden, seit die damals noch mit absoluter Mehrheit im Gemeindeparlament agierende CDU einen millionenschweren Umbau durchgedrückt hat, um die Attraktivität des kommunalen Zuschussbetriebs zu steigern. Doch in der Folge wuchs mehr noch als die Zahl der Besucher die Dimension des Betriebskostendefizits. Mit einer Umstrukturierung des Betriebs bei Erhöhung der Eintrittspreise und Einschränkungen im Angebot hat die Kommunalpolitik vor Jahresfrist versucht gegenzusteuern.

Wie es nun zu der Invasion der mikrobischen Saboteure kam, scheint inzwischen geklärt, doch letzte Sicherheit wird erst eine vom Gesundheitsamt geforderte „Gefährdungsanalyse“ bringen. Wie Karl-Heinz Enders von dem seit etlichen Jahren mit dem Münsterer Hallenbad vertrauten Groß-Umstädter Heizungs- und Sanitärplaner ESF bei einem Ortstermin erläuterte, beschränkt sich die Verunreinigung auf das Trinkwasser. Vermutete Ursache: Im vergangenen Jahr sind im Sanitärbereich neue Duschköpfe mit einer Spülautomatik installiert worden, die nicht richtig funktioniert habe. Im ungewollt rückgestauten Wasser mittlerer Temperatur hätten sich die Mikroben dann vermehren können.

Die „Gefährdungsanalyse“ lasse sich – so Enders – nur im laufenden Betrieb durchführen, und da gelte es natürlich, durch geeignete Sofortmaßnahmen die Sicherheit der Badegäste zu gewährleisten. Dazu zählen regelmäßige Spülungen, der Einsatz von Chlor und der Einbau von „endständigen Sterilfiltern“ an allen Wasserentnahmestellen. Vor allem letztere Maßnahme gelte als so sicher, dass die Gesundheitsbehörde nach dem Einbau nicht einmal mehr eine neue Wasseruntersuchung einfordere. Gleichwohl habe man selbst am 23. Dezember eine Probe vorgenommen und schon da keine Legionellen mehr festgestellt.

Schülertriathlon des VfL Münster

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Inzwischen ist der Einbau der Sterilfilter weitgehend abgeschlossen. Nach Vorlage einer Dokumentation der Maßnahmen hat die Gesundheitsbehörde am Freitag grünes Licht für die Wiedereröffnung des Hallenbads gegeben. „Wir müssen nur noch die zwei letzten Filter einbauen“, sagte der Bürgermeister gestern im Telefongespräch mit unserer Zeitung, „damit sind wir gerade beschäftigt.“ Am Montag (13.) ist das Hallenbad dann zunächst ab dem Nachmittag für die Teilnehmer der neuen Aquajogging- und Aquafitness-Kurse geöffnet, die an diesem Tag wie geplant starten können. Der allgemeine Badebetrieb beginnt wieder am Dienstag (14.) um 14 Uhr und geht zu den regulären Öffnungszeiten weiter. 

sr

Quelle: op-online.de

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