Gemeinde plant Bestandsaufnahme aller Hunde

Münster ist Steuersündern auf der Spur

Münster - 830 Hunde leben derzeit offiziell in der Gemeinde Münster. Die Verwaltung geht davon aus, dass es eigentlich viel mehr sind. Eine externe Firma soll ab Mai nicht angemeldete Hunde aufspüren. Von Katrin Muhl 

Ob aus dem Tierheim oder vom Züchter – ein neues, bellendes Familienmitglied müssen Hundehalter innerhalb von zwei Wochen nach Aufnahme des Tieres bei der Gemeindeverwaltung anmelden. Gemäß der aktuellen Hundesteuersatzung sind dann 48 Euro jährlich pro Vierbeiner fällig. Ab 1. Juli müssen Herrchen und Frauchen sogar 60 Euro berappen, wie die Gemeinde in einem Schreiben mitteilt. Weiterhin äußert sie den Verdacht, dass dieser Pflicht längst nicht alle Hundebesitzer nachkommen. Offiziell leben in Münster 830 Hunde. Dass es eigentlich viel mehr sind, folgern die Verantwortlichen aus persönlichen Gesprächen mit Hundehaltern sowie aus Erfahrungen anderer Ortschaften, wie Olaf Burmeister-Salg, Leiter der Abteilung Wirtschaftsförderung, Öffentlichkeitsarbeit und Kultur, auf Nachfrage unserer Zeitung berichtet.

Nun hat der Gemeindevorstand eine satzungsgemäße Hundebestandsaufnahme in Auftrag gegeben. Durchgeführt wird diese von der Firma Springer Kommunale Dienste GmbH ab Mittwoch, 3. Mai. Zur genauen Vorgehensweise wollte man sich in der Verwaltung nicht äußern – aus Angst, Halter von nicht angemeldeten Hunden könnten sich auf die Kontrolle vorbereiten. Wie lange die Maßnahme dauert, ist ebenfalls unklar. Nur so viel: Die externen Mitarbeiter werden wochentags von 10 bis 20 Uhr und samstags bis 17 Uhr bei allen Haushalten in Münster und Altheim klingeln. Jeder von ihnen trägt dabei gut sichtbar eine Legitimation der Gemeinde. Um nicht angemeldete Hunde aufzuspüren, werden den erwachsenen Mitgliedern eines Haushalts Fragen gestellt – und zwar ohne, dass die Beauftragten die Wohnung betreten.

Halter von bis dahin nicht angemeldeten Hunden müssen mit einer möglicherweise rückwirkenden Steuerfestsetzung sowie mit einer zusätzlichen Geldbuße in Höhe von bis zu 1 000 Euro rechnen. Die Gebühren werden in Rechnung gestellt und müssen nicht direkt an der Wohnungstür bezahlt werden.

Ein Pudel im Kampf gegen den Schimmel

Die Gemeinde erhofft sich dadurch Mehreinnahmen von 7 000 bis 10.000 Euro im Jahr. Dem gegenüber stehen die Ausgaben für die Kontrollmaßnahme. Über deren Summe habe man sich mit der Springer Kommunale Dienste GmbH aus verhandlungstechnischen Gründen auf Stillschweigen gegenüber der Presse verständigt. Falls Gewinne herausspringen, soll das Geld in defizitäre Projekte gesteckt werden, wie Burmeister-Salg versichert.

Noch haben Hundehalter ausreichend Zeit, um ihre Fellnasen anzumelden und so die Strafgebühren zu umgehen. Entsprechende Formulare sind im Internet unter www.muenster-hessen.de abrufbar. Eingereicht werden können die Anmeldungen nicht per E-Mail, allerdings per Fax unter 06071/3002500 sowie über den Postweg an die Gemeindeverwaltung Münster, Mozartstraße 8. Es ist außerdem möglich, Anmeldungen persönlich im Fachbereich Steuern und Abgaben, im Rathaus, Zimmer 206, vornehmen zu lassen.

Quelle: op-online.de

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