Adebars neuer Web-Anflug

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Der erste Storch aus Afrika ist zurück und sogleich dabei, das Nest an der Kläranlage frisch auszupolstern. Dabei wird er von einer neuen HSE-Kamera beobachtet.

Münster ‐ Als wollte er beim frühen Casting auf jeden Fall der erste sein und auch gleich mit seinem Eifer glänzen, flog gestern im ersten Morgendunst Meister Adebar mit einem Schnabel voller Nestbaumaterial am Klärwerk vorbei. Von Thomas Meier

Auf seiner ihm bereits bekannten Nisthilfe, errichtet 2000 vom Naturschutzbund, Ortsgruppe Münster, wollte er indes noch nicht landen, zu nah schienen ihm wohl die beiden Techniker im Hubkran, die im Auftrag der HSE eine neue Webcam schräg gegenüber des Storchennestes installierten.

Die beliebte Klapperstorchen-Soap im Internet geht weiter. Die HSE stellt seit gestern Vormittag wieder Live-Bilder aus dem Nest an der Kläranlage direkt ins Internet. Und der Hauptdarsteller ist viel früher als erwartet am Set eingetroffen: Bereits Ende Januar hat der Storch seine Sommerresidenz in Münster bezogen - rund vier Wochen vor dem gewohnten Termin.

Dipl.-Ing. Björn Pawlik installierte gestern morgen die neue, leistungssärkere Web-Cam auf dem ehemaligen Strommast der HSE auf dem Kläranlagen-Gelände.

„Vielleicht war es in Afrika zu warm, wahrscheinlicher ist allerdings, dass der gefiederte Medienprofi die Montage der Kamera persönlich überwachen wollte“, lacht Dagmar Laracz-Mark von der HSE-Konzernkommunikation. Die neue, beheizbare Webcam ist noch leistungsfähiger als die alte und macht es möglich, dass Storchenfreunde auch in diesem Jahr wieder miterleben können, wenn Herr und Frau Adebar balzen, brüten und ihre Kinder aufziehen. Alle dreißig Sekunden gibt es ab auf der Internetseite der HSE ein aktuelles Bild vom Nest. Dort kann man mit ein bisschen Glück auch dabei sein, wenn Frau Storch bei ihrem Gatten eintrifft.

Installiert hat sie Freizeit-Ornithologe Björn Pawlik. Der Diplomingenieur für Übertragungstechnik bei der HEAG-Medianet, ist in seiner Freizeit selbst oft mit Fernglas und Teleobjektiv bestückter Digitalkamera an den Reinheimer Teichen auf Fotosafari, auf der Pirsch nach guten Bildern von Vögeln und anderem Getier. Der Clou an der neuen Cam: Sie lässt sich aus der HSE-Zentrale steuern und auch näher ans Nest heran zoomen. Wenn’s also mit dem Nachwuchs klappt, kommt der gleich auch ganz groß heraus.

NABU hat Nisthilfen geschaffen

Die Storchen-Webcam ist möglich durch eine Kooperation des Unternehmens mit der Gemeinde Münster. An der Kläranlage steht ein von der HSE gestifteter ehemaliger Strommast mit einem Storchennest, das die Vögel seit dem Jahr 2001 nutzen. Ein Jahr zuvor errichtete der NABU die Nisthilfe auf dem Betongestänge, schnell wurde sie von den Zugvögeln angenommen. Betreut wird das Projekt vor Ort vom Hobby-Vogelkundler Wolfgang Kleinheinz vom Münsterer NABU, der in Personalunion praktischerweise auch Mitarbeiter des Klärwerkes der Gemeinde ist.

Der Naturschutzbund hat in den vergangenen Jahren nicht nur Nisthilfen geschaffen, sondern auch ein Feuchtbiotop angelegt, das den Störchen ein reichhaltiges Nahrungsangebot bietet.

Quelle: op-online.de

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