Stolperfalle Schulweg

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Einst von der Gemeinde auf dem Gelände der John-F.-Kennedy-Schule errichtet, gerät der Bürgersteig an der Stettiner Straße zum Gefahrenpunkt und Zankapfel. Gehweg und Parkplätze gehören zur Schule, die seit Jahrzehnten unter Kreisträgerschaft ist. Niemand kümmert sich um die Beseitigung der Schäden, halbe Maschendrahtzäune leiten Passanten und Schulkinder um. Fotos:

Münster - Als 1959 die John-F.-Kennedyschule an der Stettiner Straße großzügig auf riesigem Areal errichtet und mit Zaun, Parkplätzen und Zuwegen versehen wurde, dachte noch niemand an Bordsteinschäden. Von Thomas Meier

Sie wuchsen sich indes 50 Jahre später zu einem Unfallgefahrenherd aus, der nun bereits seit langem Eltern, Lehrer, Schüler, Passanten und Ämter beschäftigt. Jeder weiß um die Misere, alle beklagen den Zustand, allein es tut sich wenig. Nur die Hinweisschilder und Zäune entlang des kaputten Weges werden größer und massiver. „Ein Unding“, befinden Betroffene, darunter ehemalige Elternbeiräte der Schule, Anwohner und vor allem ältere Passanten.

Das Wurzelwerk des von der Kommune einst gepflanzten Straßenbegleitgrüns zerstört den Gehweg. Für eine Beseitigung der Gefahrenquelle habe der Kreis kein Geld, sagt die zuständige Behörde.

Massiv aufmerksam auf den langgestreckten Gefahrenpunkt machte vor eineinhalb Jahren der Seniorenbeirat der Gemeinde Münster. Vertreter dieses Gremiums waren wohl die ersten, die sich die Hacken auf der Suche nach einem Verantwortlichen, der etwas gegen die Unebenheiten im Pflaster des Bürgersteiges unternimmt, wund liefen. Auch die Schulleitung wurde informiert, schließlich sind es ja hauptsächlich die weit über 500 Kinder und rund 26 Lehrer der JFK-Schule, die den Weg nutzen. „Und wir wurden auch umgehend tätig und stellten Schilder auf, die auf den Zustand der Gehwegplatten hinwiesen“, informiert Konrektorin Birgit Baumgart. Schulleiterin Nicole Sabais habe unzählige Telefonate geführt mit Münsters Verwaltung und dem Kreis als Schulträger, passiert sei außer dem Aufstellen weiterer Schilder zunächst nichts.

Auf die Hinweisschilder folgte ein erster Bauzaun

Auf die Hinweisschilder folgte Anfang vergangenen Jahres ein erster Bauzaun, mittlerweile queren zwei fest verpflockte Maschendrahtzäune mit angepinnten gelben Plastik-Hinweisschildern und rotweißen Flatterbändern den Bürgersteig zwischen Parkplatzreihe und Schulgelände. Wer will, umgeht freilich die billigen Provisorien, über die nicht nur Kinder herzhaft lachen.

„Die Grundschüler aus dem Norden Münsters müssen dadurch zusätzlich vier Straßen überqueren, die aus dem Süden sehen die Absperrung nicht, da sie aus Querstraßen kommen, und sind durch die Gehwegschäden gefährdet“, fasst es Heinz-Kurt Lenz zusammen, der bereits bei der Kreisverwaltung als Schulträger mehrfach intervenierte. „Vergebens“, wie er bedauert. Lenz fragt, ob das die Vorstellung der Kreisverwaltung eines gesicherten Schulweges sei.

Weg immer wieder repariert: Geld für Sanierung fehlt

Der Kreis indes bügelt ab und erklärt über seine Pressestelle: „Schon seit Jahren hat der Landkreis immer wieder diesen Weg repariert, weil die Wurzeln der Bäume an den Parkplätzen und der Umgebung dort immer häufiger den Weg beschädigt haben. Dauerhaft kann die Situation hier nur entschärft werden, wenn der gesamte Bereich neu gestaltet wird. Der Landkreis und die Gemeinde Münster sind hier derzeit im Gespräch, um eine Lösung zu finden, die von allen Interessengruppen (Senioren, Schule, Naturschutz) getragen werden kann. Da die Kommunalaufsicht kritisch jede zusätzliche Investition betrachtet, gibt es in diesem Jahr keine Möglichkeiten, die Sanierung zu finanzieren, denn Schulunterhaltungsmittel können in so großem Umfang für dieses eine Projekt nicht verwendet werden.“

„Das alles ist Schulgelände und geht uns gar nichts an“, erklärt hierzu Norbert Schewe vom Münsterer Gemeindevorstand. Der CDU-Politiker vertritt derzeit den erkrankten Bürgermeister Walter Blank. Er sagt: „Wir haben hier überhaupt keine Karten im Spiel und sind machtlos.“ Man kenne das Problem und habe den Kreis aufgefordert, tätig zu werden.

Quelle: op-online.de

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