Streik im Haus der Kinder

Münster - (ale/dpa) Wegen des Streiks der Erzieherinnen bleibt das Münsterer Haus der Kinder heute geschlossen. „Die Eltern haben sich ziemlich gut selbst organisiert, die Betreuung dürfte kein Problem sein“, sagt der für den Münsterer Nachwuchs zuständige Abteilungsleiter im Rathaus, Frank-Ulrich Lenz.

Ihm sei keines der rund 100 Kinder bekannt, das wegen der geschlossenen Türen der größten Münsterer Betreuungseinrichtung in Schwierigkeiten kommen würde. Voraussichtlich werde die Einrichtung auch noch am Montag und Dienstag wegen des Streiks geschlossen bleiben, meint der Gemeindemitarbeiter.

Die Gewerkschaften ver.di und Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ( GEW) wollen mit den unbefristeten Arbeitsniederlegungen einen tarifvertraglich geregelten Gesundheitsschutz für die 220 000 bei Kommunen angestellten Erzieher und Sozialarbeiter durchsetzen. In einer Urabstimmung haben gestern 89,9 Prozent (ver.di) und 93 Prozent (GEW) ihrer Mitglieder für den Arbeitskampf gestimmt, wie die Gewerkschaften mitteilten. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hatte die Verhandlungen mit den Arbeitgebern am 30. April für gescheitert erklärt. Auch die GEW ruft ihre Mitglieder in städtischen Einrichtungen des Sozial- und Erziehungsdienstes ab heute bundesweit zu Streiks auf. In Frankfurt ist für Dienstag (19.) eine Kundgebung geplant.

Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände ( VKA) hatte den Gewerkschaften Verwantwortungslosigkeit vorgeworfen. Aus ihrer Sicht ist die Forderung nach besserem Gesundheitsschutz vorgeschoben, um Forderungen nach einem neuen Bezahlungssystem und mehr Geld Nachdruck zu verleihen. Bis 2011 gelte der Tarifvertrag und damit die Friedenspflicht.

Quelle: op-online.de

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