Stricken für den guten Zweck

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Fünf eifrige Damen bestücken den Adventsbasar der Martinsgemeinde mit kunstvollen Handarbeiten.

Münster ‐ Eine bunte Vielfalt weihnachtlicher Spezialitäten präsentiert sich dem Besucher am Montagnachmittag in den Räumen der Münsterer Martinsgemeinde. Plätzchen, Marmeladen, Christbaumschmuck, Kerzen, Weihnachtskarten, Gehäkeltes und Genähtes geben sich ein Stelldichein. Von Jasmin Frank

Hinter dieser reichhaltigen Auswahl vermuten die meisten Besucher wohl zahlreiche fleißige Handarbeiterinnen, die in den letzten Wochen wie verrückt geschuftet haben. Doch tatsächlich haben lediglich fünf arbeitsame Damen die vielen Dinge hergestellt, die einen ganzen Raum füllen würden. „Wir treffen uns schon seit 29 Jahren zum Basteln, Stricken und Nähen. Und jedes Jahr verkaufen wir vor Weihnachten unsere kleinen Kunstwerke für einen guten Zweck“, erzählt Hildegund Wirth stolz. Sie selbst ist eine Allroundkraft, die sowohl bastelt, als auch Obst einkocht und sich dabei bestens auskennt: „Hier habe ich Mispelmarmelade gemacht, das ist eine Art Apfel, der vor der Verarbeitung eigentlich einmal Frost abbekommen haben sollte. Da ich so lange nicht warten kann, friere ich die Mispeln ein, bevor ich sie koche.“

Münsterinnen beim Basar ein wenig wehmütig

Auch Christel Migowski bevorzugt Süßes, sie macht aus Lebkuchen kleine Weihnachtsmänner und aus Dominosteinen leckere Eisenbahnen. Ebenfalls mit von der Partie ist Waldtraud Landscheidt, die Weihnachtkarten malt. „Wir kennen uns jetzt schon so viele Jahre und sind richtig gut befreundet. Aber trotzdem sind wir immer noch per Sie“, erzählt die rüstige Dame schmunzelnd. Voller Respekt sind sie einander verbunden, betonen die Fünf. Trotz der vielen Kunden sind die kreativen Münsterinnen beim Adventsbasar ein wenig wehmütig. „Wir brauchen dringend Nachwuchs und würden uns sehr freuen, wenn sich ein paar junge Frauen fänden, die bei uns mitmachen wollen“, appellieren Ilse Tlustosch, die Marmeladenfachfrau, und Agathe Suthoff, die dank selbst gestrickter Kleidung niemals friert, an die jungen Leute.

Wer mehr über die Termine der evangelischen Gemeinde wissen will, kann sich auf der Internetseite der Gemeinde Homepage informieren.

Einen Raum weiter geht es besinnlich zu, Pfarrer Christoph Sames beginnt den alljährlichen ökumenischen Seniorennachmittag mit einem stimmungsvollen Weihnachtsgedicht. Anschließend singen die älteren Herrschaften auf Wunsch der Gäste der Gemeinde Sankt Michael das Lied „Tochter Zion“, dass Sames auf der Trompete begleitet, unterstützt von Katharina Reinl am Klavier. Beim anschließenden Kaffee und Kuchen geht es fröhlich zu und Stammgast Johannes ‚Hans’ Böhmer erzählt lachend: „Ich komme schon seit 1987 hierher und es gefällt mir immer wieder gut. Ich bin noch fit, weil ich gerne Sachen erfinde, vor kurzem habe ich einen Hilfsantrieb für ein Rennrad patentieren lassen.“ So haben sich die junggebliebenen Alten an diesem Nachmittag noch einiges zu erzählen und am nächsten Tag wartet schon der nächste Termin aus sie: Der Start des lebendigen Adventskalenders am evangelischen Kindergarten.

Quelle: op-online.de

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