Ein Stück Afrika in Münsterer Kulturhalle

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Anna Zaaki mit Tochter Malaika. Gemeinsam mit ihrem ghanaischen Mann steht Anna Zaaki der Münsterer Afrika-Hilfe vor.

Münster - Als die Trommler am Samstagmittag im Vorraum der Kulturhalle loslegen, gelingt es kaum einem Besucher, sich der Begeisterung zu entziehen. Zuerst wippen die meisten nur leicht mit den Fußspitzen. Doch dann ist zu sehen, wie der Rhythmus bei vielen auf den ganzen Körper übergreift. Am Samstag war „Afrika in Münster“ zu Gast. Von Michael Just

Mit dem ersten Ghana-Hilfe-Tag boten die Organisatoren tagsüber ein großes Kulturprogramm mit Musik und Tänzen, kulinarischen Genüssen, Ständen mit fair gehandelten Waren, einem Bücherbasar und Info-Wänden.

Und auch an Unterhaltung für den Nachwuchs war gesorgt: „Putzig“ und ein echter Augenschmaus waren die afrikanischen Trachten, die Kinder im Rahmen einer Modenschau vorführten. Ein weiterer Höhepunkt war ein ghanaischer Akrobat und Clown, der sich als Meister der Jonglage entpuppte. Am Abend stand dann noch eine Reggae-Party mit vier Live-Bands an. Allen Künstlern war gemein, dass sie ohne Gage oder für kleines Geld auftraten.

Dem Rhythmus der afrikanischen Trommelmusik konnte sich beim ersten Ghana-Hilfe-Tag in der Münsterer Kulturhalle kaum ein Besucher entziehen-wippen und mittanzen war erlaubt.

Dass der Schwarze Kontinent sich mit derart vielen Impressionen in Münster präsentierte, geht auf die Initiative des Münsterer Vereins „Nima“ zurück. Gegründet wurde er vor drei Jahren von Anna und Amin Zaaki und hat das Ziel, den Aufbau Ghanas zu unterstützen. Mittlerweile gehören dem Verein 40 Mitglieder und fördernde Paten an,

weitere 300 Menschen helfen regelmäßig durch Geldspenden. Als 2006 aus Anna Frey durch die Hochzeit mit ihrem ghanaischen Mann Anna Zaaki wurde, kam die Sache verstärkt ins Rollen. Ihre Liebe hat die Münsterin nicht etwa auf einer Reise in Afrika gefunden, sondern, wie sie sagt, „recht unspektakulär“ auf einem Reggae-Konzert in Deutschland. Mittlerweile war sie bereits ein halbes Dutzend Mal in Afrika. Die Liebe nach Ghana hat sich auch auf ihre Eltern übertragen: „Wir müssen jetzt endlich mal die Sache professionell in die Hand nehmen“,zitiert sie ihre Eltern Günter und Monika Frey als eine der wesentliche Antriebsfeder für den Verein und für Amin Zaaki, der bereits kurz nach seiner Ankunft in Deutschland begann, Projekte in seiner Heimat zu fördern. Einer der ersten Errungenschaften war ein Schulbus, jetzt geht „Nima“ ein Waisenhaus an. „Straßenkinder oder Waisen, deren Eltern durch Aids oder durch die mangelnde gesundheitliche Versorgung gestorben sind, gibt es in Ghana genug“, sagt Anna Zaaki. Blickt sie auf die letzten drei Jahre zurück, kann die 33-Jährige den Zuspruch und den Erfolg ihres Vereins kaum glauben. Mittlerweile unterstützen sogar Firmen und Sponsoren die gute Sache. Bürgermeister Walter Blank hatte am Samstag die Schirmherrschaft übernommen. Den ersten Ghana-Hilfe-Tag, den ein Organisations-Team mit 15 Helfern vorbereitet hatte, bilanziert das Ehepaar als Erfolg: Zwar habe das Programm mit afrikanischer Verspätung angefangen, aber den Zuspruch mit mehreren hundert Besuchern habe man nicht erwartet. So hätte man viele weitere Kontakte knüpfen können. „Wir würden den Hilfe-Tag gerne jedes Jahr machen“,lautet der Wunsch der Nima-Mitglieder, die hoffen, ein großes Netzwerk aufbauen zu können.

Mit Ständen, wie im vergangenen Jahr beim Afrika-Festival in Aschaffenburg, will man auch in Zukunft verstärkt Präsenz zeigen. Und manchmal hilft auch der Zufall bei der Suche nach Gleichgesinnten, wie Anna Zaaki weiß: „In Münster lebt noch ein Ghanaer. Den haben wir auf dem Weihnachtsmarkt kennengelernt.“

Quelle: op-online.de

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