Suche nach kreativer Dichtigkeit

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Der Hausmeister und -techniker Udo Schneider auf dem undichten Alu-Dach der Kulturhalle: Es sieht so schön aus - niemand weiß, wo eigentlich das Wasser eintritt.

Münster - Vor fast genau einem Jahr lautete die Überschrift über die Münsterer Kulturhalle „Steter Tropfen höhlt Prozess“. Von Thomas Meier

Ein jahrelanger Rechtsstreit um Baumängel an der Kulturhalle war mit einem Vergleich beendet worden, so dass mit der Sanierung des maroden Hallendachs endlich begonnen werden sollte. Noch vor dem Winter 2010, so damals die Ankündigung, möge das Dach dicht sein, hieß es von Seiten der Verwaltung.

„Doch war es offensichtlich gar nicht so einfach, einen Fachbetrieb für die Sanierung des erst 15 Jahre alten Daches zu finden“, bemängelt nun die SPD in einer Pressemitteilung. Denn erst jetzt wurden dem Bau-, Planungs- und Umweltausschuss drei Alternativen für die Sanierung zur Entscheidung vorgelegt.

Teilsanierung hat wenig Sinn

Einig waren sich die Ausschussmitglieder darin, dass eine Teilsanierung des Daches wenig Sinn hat. Die Nahtstellen zwischen altem Dach und den sanierten Flächen sind potenzielle Schwachstellen, die keinesfalls dauerhaft halten würden. Zudem kann davon ausgegangen werden, dass die nicht sanierten Teile des Daches früher oder später schadhaft werden und ein immer wieder kehrender Reparaturbetrieb auf dem Dach mit Folgekosten sehr wahrscheinlich wäre. Von daher sprach sich der Ausschuss für eine dauerhafte Lösung aus und gab die Empfehlung, im Haushalt 2012 Mittel für die Komplettsanierung des Hallendaches einzuplanen.

„Bei einer Komplettsanierung des Hallendaches“, so Gerald Frank, Ausschussmitglied der SPD-Fraktion, „brauchen wir aber eine nachhaltige Lösung. Wenn wir jetzt viel Geld in die Hand nehmen, dann muss auf Dauer mal Ruhe sein. Die uns vorgelegten Alternativen lassen das nicht unbedingt erwarten. Es kann aber doch nicht sein, dass konventionelle Dächer eine Lebensdauer von mindestens 25 bis 30 Jahre haben und bei einer Totalsanierung des Daches nur eine Gewährleistung von vier Jahren gegeben wird. Das riecht ja schon nach Folgeschäden.“

„Wir brauchen kreative Lösungsansätze“

Das von der Gemeinde beauftragte Büro für Bauplanung und Baustatik habe der SPD bestätigt, dass die gegebene Dachkonstruktion der Kulturhalle sehr aufwändig und anfällig sei. „Wir brauchen kreative Lösungsansätze“, fordert Frank, „es muss geprüft werden, ob mit einer geänderten Dachkonstruktion die bestehenden Planungsmängel behoben und weitere kostspielige Sanierungen vermieden werden können. Durch die Installation einer Photovoltaik-Anlage wäre zudem langfristig sogar die Refinanzierung eines neuen Daches möglich.“ Dies brächte als Zusatzeffekt auch einen Beitrag zur Energiewende. Zur Findung einer optimalen Lösung regte Frank eine Kooperation mit der TU Darmstadt an. Im Rahmen eines Projekts könne man auch kurzfristig kreative, nachhaltige Lösungen für die Dachsanierung finden.

Quelle: op-online.de

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