Münster ärgert die Kickers

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Stefan Vogler (rechts) umkurvt Münsters Keeper Konstantin Katzenmayer. Im Hintergrund Münsters Kapitän Benjamin Riehl (in Blau) und OFC-Angreifer Thomas Rathgeber. Vogler schob den Ball anschließend am leeren Tor vorbei.

Münster - Das Drehbuch für den Montagabend hätten die Verantwortlichen des SV Münster selbst kaum besser schreiben können: Das Kreisoberliga-Team des SVM sah im Freundschaftsspiel gegen Fußball-Drittligist Kickers Offenbach nicht nur sportlich blendend aus, die Partie rentierte sich auch unter finanziellen Gesichtspunkten. Von Jens Dörr

Beides einmal ganz davon abgesehen, dass der Sportverein vom Mäusberg die Sportszene der Gemeinde mit der Begegnung ein gutes Stück weit bereicherte.

Dass die Fußball-Fans nämlich auch zwischen Ende der Profiligen und dem Anstoß zur Europameisterschaft Appetit auf sehenswerten Fußball haben, bewiesen die rund 400 Zuschauer, die am Montag auf das Sportgelände kamen. Unter ihnen waren natürlich einige OFC-Fans, vor allem aber viele Münsterer und Neutrale aus den umliegenden Orten. „Wir haben auf diese Zuschauerzahl gehofft und sind mit dem gesamten Abend sehr zufrieden“, resümierte Martin Peusser, Erster Vorsitzender des SV Münster. Bei der 1:3-Niederlage brachte der Achtligist die fünf Klassen höher spielenden Profis vom Bieberer Berg an den Rand einer Blamage und demonstrierte zugleich, dass auch in der Kreisoberliga mitunter ordentlich gekickt wird.

Das Video zum Spiel SV Münster gegen OFC

Die Gastgeber versteckten sich von Beginn an nicht, der OFC nutzte dennoch nur selten die sich bietenden Räume. Zwar erspielten sich die Gäste im ersten Abschnitt ein halbes Dutzend klarer Torchancen, blieben am letzten Tag vor ihrem Urlaub aber vieles schuldig. Stefan Vogler und Nicolas Feldhahn gelang sogar das Kunststück, den Ball jeweils aus zehn Metern am leeren Tor vorbei beziehungsweise darüber zu schießen. Vogler machte seinen Patzer zumindest mit dem 1:0 für den OFC in der 29. Spielminute wieder wett. Ein ums andere Mal war auch Münsters Keeper Konstantin Katzenmayer zur Stelle.

Auch in Halbzeit zwei agierten die Kickers mit einigen Stammkräften, darunter der scheidende Elton da Costa und André Hahn. Es jubelte aber Julian Huther: Der Angreifer des SVM, dem zuletzt auch in der Liga viel gelang, glich nach einer Stunde zum 1:1 aus. Erst in der Schlussphase verhinderte OFC-Abgang Amir Shapourzadeh in seinem letzten Einsatz für den Traditionsverein mit zwei Toren (83. und 90.) die Sensation.

Nicht einfach im Bus verschwunden

Peusser war dennoch aus mehreren Gründen glücklich und wischte dabei auch die Tatsache beiseite, dass Münster den Wiederaufstieg in die Gruppenliga wohl verpassen wird: Der SVM-Vorsitzende freute sich, dass sich die Offenbacher nach dem Spiel noch einmal auf der Terrasse vor dem Vereinsheim blicken ließen „und nicht einfach im Bus verschwanden“. Zudem kam der OFC den Münsterern in Sachen Antrittsgeld nicht nur entgegen, sondern verzichtete gleich ganz – immerhin auf eine nicht ganz niedrige vierstellige Summe.

Die Einnahmen des Abends sollen in die Umwandlung des Hartplatzes in einen Kunstrasenplatz fließen. Schon 2014 könnte in Münster der Ball auf dem neuen Untergrund rollen. Peusser schaute am Montag noch weiter voraus: „2019 wird der Verein 100 Jahre alt. Bis dahin wollen wir das gesamte Gelände saniert haben.“ Vielleicht wird bis dato auch noch einmal eine Profimannschaft in der Gemeinde zu erleben sein. Letztmals war der 1. FC Köln vor rund einem Jahrzehnt im Gersprenzstadion zu Gast. Das Spiel gegen die Kickers war durch Kontakte von Münsters Spielertrainer Vincenzo D’Orsi zu OFC-Sportkoordinator Ramon Berndroth zustande gekommen.

Quelle: op-online.de

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