Hauptversammlung abgebrochen

Suche nach Vorsitzenden im Sportverein Münster scheitert

Die gescheiterte Wahl dreier neuer Vorsitzenden bezeichnete Dieter Huther (links, hier beim Jubiläumsspiel 2019 mit Präsident Rüdiger Fritsch und Sportlichem Leiter Carsten Wehlmann vom SV Darmstadt 98, im Hintergrund der SVM-Biergarten) als „Weckruf“ für den 800-Mitglieder-Verein.
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Die gescheiterte Wahl dreier neuer Vorsitzenden bezeichnete Dieter Huther (links, hier beim Jubiläumsspiel 2019 mit Präsident Rüdiger Fritsch und Sportlichem Leiter Carsten Wehlmann vom SV Darmstadt 98, im Hintergrund der SVM-Biergarten) als „Weckruf“ für den 800-Mitglieder-Verein.

Weil sich fürs Führungstrio Huther, Beilstein und Legler nur ein Nachfolger anbietet, bricht der Verein vom Mäusberg seine Mitgliederversammlung ab. Und Corona verhindert wohl den Nachholtermin am 20. November.

Münster – Der Sportverein Münster (SVM) bleibt auf der Suche nach neuen Führungskräften. Obwohl die drei aktuellen Vorsitzenden Dieter Huther (Bereich Sport), Michael Beilstein (Finanzen) und Wilfried Legler (Wirtschaft) schon im vergangenen Jubiläumsjahr 2019 angekündigt hatten, 2020 nicht erneut für die Positionen im dreiköpfigen Geschäftsführenden Vorstand zu kandidieren, fand sich auf der Mitgliederversammlung Ende Oktober nur ein potenzieller Nachfolger. Weil der Geschäftsführende Vorstand mit nur einer Person nicht handlungsfähig gewesen wäre, brach der SVM die Sitzung ab und muss sie zeitnah mit mehr personellem Erfolg nachholen.

Noch am Abend wurde die nächste Mitgliederversammlung terminiert, für den 20. November. Dies geschah aber noch kurz vor der Entscheidung von Bund und Ländern, einen „Lockdown light“ einzuführen. Ob davon auch Vereinsversammlungen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt durchgeführt werden müssen (im Fall des SVM muss sich der Verein nach einer gescheiterten Vorstandswahl normalerweise binnen vier Wochen erneut versammeln), betroffen sind, konnten die Mäusberg-Kicker bislang noch nicht klären. Dieter Huther ging allerdings davon aus, dass sich der 20. November nicht halten lässt, zumal der Verein 14 Tage vorher dazu einladen müsste. Vor allem aber würden einige Mitglieder der Veranstaltung wohl aus gesundheitlichen Bedenken fernbleiben. Schon bei der Versammlung Ende Oktober, zu der 43 Mitglieder des rund 800 Personen großen Vereins kamen, waren Angemeldete ferngeblieben.

Die erfolglose Wahl bezeichnete Huther als „Weckruf“. Lediglich Matthias Wanitschek hatte sich vor Ort bereit erklärt, eins der drei Vorsitzenden-Ämter zu übernehmen. Huther ist optimistisch, dass Wanitschek bei der nächsten Versammlung –wahrscheinlich erst im Dezember oder Januar – nicht mehr der einzige Kandidat für die drei geschäftsführenden Positionen sein wird. „Aktuell führen wir Gespräche, die auch recht vielversprechend laufen“, verriet Huther am Dienstag. Bis zur erhofften erfolgreichen Neuwahl bleibt das bisherige Spitzentrio im Amt.

Auch danach „sind wir zwar aus der Führungsetage raus, was aber nicht heißt, dass wir im Verein nicht mehr da sind“, betonte Huther. Beilstein, Legler und er stünden den Nachfolgern weiter mit Rat und Tat zur Seite. Nach rund sieben Jahren und vielen erfolgreich gestemmten Großprojekten wie dem Bau eines Kunstrasen-Großfelds und der Durchführung der 100-Jahr-Feier 2019 samt dreitägigem Fest-Wochenende und Freundschaftsspiel gegen Darmstadt 98 sei man „aber der Meinung, dass jüngere Leute frischen Wind reinbringen sollen“. Die gute Entwicklung des vor allem auf König Fußball fixierten SV Münster hatte in den vergangenen Jahren im Geschäftsführenden Vorstand zudem Peter Roßkopf maßgeblich vorangebracht.

Huther hob zugleich die Teamleistung des gesamten Vereins hervor und sagte auch, dass es für die Funktionen im erweiterten Vorstand Kandidaten für die nächste Amtszeit gebe. „Wir sind guter Dinge, dass wir bei der nächsten Versammlung einen vollständigen Vorstand wählen können“, blickte er voraus.(Von Jens Dörr)

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