Tachoverkauf in Münster steigt

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Auf dem Radweg zum Mond: Die Rückengymnastik-Gruppe des Verein Radsport Münster.

Münster - Neil Armstrong war 1969 der erste Mann auf dem Mond. Dann blieb der Erdtrabant über Jahrzehnte unberührt. Bis zur Gegenwart: In der hat nämlich der rührige Verein Radsport 1921 Münster angekündigt, sich zum Mond aufzumachen. Von Michael Just

Nicht mit Düsenkraft soll die Fahrt zum Mond gemacht werden, sondern mit dem Rad. „Das ist natürlich nur im übertragenen Sinne gemeint“, klärt Schriftführer Walter Lang die Aktion „Münster radelt zum Mond“ auf. Ziel ist es, dass jeder Münsterer vom 1. Januar bis zum 30. November dieses Jahres möglichst viele Kilometer radelt und sein Ergebnis dem Verein mitteilt, sodass sie am Ende alle gemeinsam die 384 .401 Kilometer lange Strecke schaffen.

Nachdem die Aktion mit dem Ende des Winters erst im April so richtig anlief, schrieben die Mondradler vor wenigen Tagen Halbzeit. Und es sieht gut aus, das angestrebte Ziel im Orbit zu erreichen: „Wir haben schon ziemlich viele Astronauten. Bis Ende Juni sind sie 211 123 Kilomter geradelt. Das sind schon fünf Erdumrundungen und damit mehr als die Hälfte der Distanz“, sagt Walter Lang.

Viele Bürger unterstützen die Aktion tatkräftig. Das reicht vom Kindergartenkind bis zum betagten Rentner, vom Einzelfahrer bis zu den Aktiven in der Gruppe, wie etwa Jahrgangsausflügler. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie in der Freizeit, auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule oder zum Einkaufen mit dem Rad fahren. Jeder kann mitmachen, jeder Kilometer zählt. Mittlerweile hält sich sogar hartnäckig das Gerücht, dass der Tachoverkauf in Münster extrem angestiegen sei, weil die meisten es ganz genau machen wollten.

„Ich bin halt ein Fahrrad-Verrückter“

Für den jüngsten Bericht zum Zwischenstand ruft der Verein Radsport sogar extra eine Pressekonferenz ein. Bei der macht der Vorstand deutlich, dass ihm die Beweggründe für die Aktion äußerst wichtig sind: „Wir wollen so viele Menschen wie möglich für ein gesundes und fittes Leben begeistern. Dazu gilt es, möglichst viel Sprit zu sparen sowie Abgase und Lärmbelästigung zu vermeiden“, erklärt Vorsitzender Willi Braun.

Er geht bei der Aktion übrigens mit bestem Beispiel voran und hat selbst schon rund 3 000 Kilometer auf seinem Fahrradsattel verbracht. Bei einer dreiwöchigen Radtour in Portugal erstrampelte er 1150 Kilometer. Das sind im Durchschnitt 55 Kilometer pro Tag. Dreimal in der Woche fährt der 71-jährige Rentner auch zuhause intensiv. Dann macht er sich auf die große Runde Eppertshausen–Babenhausen–Schaafheim– Ringheim und kurvt über Groß-Umstadt und Semd wieder zurück. „Ich bin halt ein Fahrrad-Verrückter“, konstatiert Willi Braun.

„La le lu, der Mann im Mond schaut zu“

Die für die Mond-Aktion gedruckten Flyer, auf der auch die zurückgelegten Kilometer eingetragen werden können, hat er immer bei sich, sodass er sie jederzeit unter neugierig gewordenen Münsterern verteilen kann. „Einige machen schon einen Bogen um mich“, erzählt er lachend. Aber die Erinnerung müsse sein: So würden viele zwar radeln, aber aus Bequemlichkeit keine Zahlen weitergeben. Da müsse man dann aufrütteln und damit das Gesetz der Trägheit aushebeln. Laut Pressewart Toni Frank kommen die Kilometer doch schneller zusammen als man glaubt. Als Beispiel führt er die jungen Leute an, die sich täglich von Münster nach Dieburg in ihre Schulen aufmachen. Bisher kann der Pressewart fast 400 Teilnehmer vermelden. Und er hofft, dass am Ende die Tausender Marke geknackt wird.

Das könnte beim Volksradfahren am Samstag, 4. August, geschehen. An diesem Tag hoffen die Mondradler, sich dem Erdtrabanten wieder ein weiteres großes Stück zu nähern.

Unter dem Motto „La le lu, der Mann im Mond schaut zu“ hofft der Vorstand, dass die Münsterer jetzt im Sommer vermehrt aufs Rad steigen, um ihnen weitere Kilometer zu vermelden. Dann könnte die Mondlandung noch vor November gelingen.

Quelle: op-online.de

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