Knalleffekt an Aueschule

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Früher fand der Nikolausmarkt der Aueschule mit dem Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus statt. Jetzt zeigt er sich in Kombination mit dem Tag der offenen Tür.

Münster - Schule bedeutet heutzutage mehr denn je Wandel und Veränderung. Das zeigte der Tag der offenen Tür an der Schule auf der Aue. Von Michael Just

Dort spielten neben Präsentationen zahlreiche Zukunftsfragen eine übergeordnete Rolle – etwa zum Thema G8, zu neuen Raumkonzepten oder zur anstehenden Grundsanierung.  Den Tag der offenen Tür gibt es an der Aueschule schon länger. Die Idee, ihn mit dem Nikolausmarkt der Schule, der zur Finanzierung der zahlreichen Schüleraustauschprogramme dient, zu kombinieren, kam vor zwei Jahren auf. Fast einen ganzen Tag lang warteten am Samstag unzählige Infostände, etwa der SV oder des Schulelternbeirats, auf die Besucher oder Konzertproben des Orchesters beziehungsweise der Musikklassen. Kaum ein Zimmer bot keine Vorführ- und Mitmach-Aktion. Den von vielen Eltern heiß erwarteten Vortrag zu G8 hatte Schulleiterin Sabine Behling-Schmidt zur Chefsache erklärt.

„Viele Eltern fordern G9 ohne G8 wirklich zu kennen“, sagte die Pädagogin. Zum Teil würde ohne Hintergrundwissen Stimmung gemacht. An der Aueschule verzeichne G8, etwa mit dem Nachmittags- und Wahlpflichtunterricht, viele zufriedene Schüler und Eltern. Das hätten Nachfragen ergeben. Trotz allem bahnt sich eine mögliche Wiedereinführung von G9 an: „Diskussionen zum Thema wurden bei uns offen betrieben. Mittlerweile hat die Gymnasialzweigkonferenz einen Antrag gestellt, im nächsten Schuljahr zu G9 zurückzukehren“, informierte die Schulleiterin nicht ohne Knalleffekt. Am 19. Dezember fällt dazu bei der Schulkonferenz der alles entscheidende Beschluss.

G8 der G9?

Praktisch vom Tisch ist dagegen das Thema gymnasiale Oberstufe in Münster. Die steht zwar noch im Schulentwicklungsplan drin, dürfte sich aber als heikles Politikum kaum noch umsetzen lassen. So war der Widerstand in den umliegenden Städten mit Abitur-Möglichkeit zu groß. Unisono wurde eine Schwächung des eigenen Standorts befürchtet und Gegenwehr betrieben. „Als die Wellen bis nach Groß-Bieberau schlugen, war die Sache nicht mehr mehrheitsfähig“, weiß Behling-Schmidt.

Besser ist es da um die Grundsanierung der 30 Jahre alten Schulgebäude bestellt. „Im Januar kommen die Architekten“, wird derzeit vermeldet. Herauskommen sollen nach dem Umbau viele offene Strukturen und einzelne Lernlandschaften für die 1 050 Schüler. Der Sanierungsbeginn steht noch nicht fest, dafür die Kosten mit rund 16 Millionen Euro. Der erste „gebäudetechnische“ Schritt in die Zukunft wurde bereits getan: So steht der unabhängig von der Generalsanierung begonnene Neubau für die Naturwissenschaften im März/April 2013 vor der Fertigstellung. Zudem lassen sich neun Ausweichräume in einer separat errichteten Anlage nutzen.

Wie die Klassenräume der Zukunft aussehen, ließ sich am Tag der offenen Schultür ebenfalls inspizieren. Aufschluss darüber gibt der Musterraum E14 mit seinem flexiblen Raumkonzept: Tische mit Rollen, federleichte und stapelbare Stühle oder eine an der Wand entlang fahrbare Tafel machen das Zimmer nach allen Wünschen schnell umbaubar. Sogar das Pult des Lehrers verschwindet und damit die Komplettausrichtung auf den Unterrichtsleiter. „Ob das alle Lehrer so verkraften?“, kommentierte ein Vater nachdenklich.

Quelle: op-online.de

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