Zimmerpflanzen als Lianen

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Tarzan trifft auf Weihnachten bei der Feier des MGV-Regenbogenchors.

Münster - Rund eine Stunde bevor der Regenbogenchor und damit der Sängernachwuchs des MGV mit seiner Weihnachtsfeier beginnt, sitzt Caroline Ottenweller in der großen Weite der Kulturhalle, die bereits am Morgen feierlich eingedeckt wurde. Von Michael Just

„Ich kann selbst nicht genau abschätzen, wieviele Leute heute kommen werden“, sagt die 27-Jährige gespannt.

Vorhersagen sind schwierig. An diesem Nachmittag steht eine Premiere an: Haben die Kinder und Jugendlichen des MGV ihre Weihnachtsfeier sonst in die letzte Singstunde gelegt, wird dieses Jahr alles größer: „Mit den Eltern wird‘s quasi eine öffentliche Weihnachtsfeier“, sagt Ottenweller und schmunzelt. Und für die hat sich der Chor einiges vorgenommen: Unter dem Titel „Tarzan meets Christmas“ singen sie Passagen aus dem bekannten Tarzan-Musical.

Wilde Tiere gibt es auch

Als sich um 15 Uhr die Türen öffnen, bezeugen Eltern, Geschwister und Freunde der rund 35 Kinder ein gutes Interesse. Rund 150 Personen genießen bei Kaffee und Kuchen die Aufführung, die unter der musikalischen Leitung von Resi Uglik steht.

Auf der Bühne ersetzen europäische Zimmerpflanzen die Lianen. Wilde Tiere gibt es auch: Der Aufruf, möglichst viele exotische Kuscheltiere mitzubringen, hatte ein Echo, das seinesgleichen sucht. Eine endlos lange Reihe aus Tigern, Affen, Krokodilen und Nilpferden säumt den vorderen Bühnenbereich. Ganze Kinderzimmer scheinen ausgeräumt worden zu sein.

Beim Auftritt macht der Sängernachwuchs seine Sache gut. Vor allem den Kindern, die zum ersten Mal ein Solo singen, fällt beim großen Schlussapplaus ein Stein vom Herzen. Während das Musical den ersten Teil der Veranstaltung mit rund 45 Minuten einnimmt, beginnt der zweite mit Ehrungen: Lucie Jelinek ist seit drei Jahren im Regenbogenchor, Lara Susann, Emily Appel und Christina Vay schon seit fünf. Der Nachmittag klingt mit Weihnachtsliedern und dem Vernaschen der vielen leckeren Plätzchen aus.

Für die Betreuer der MGV Kinder- und Jugendsparte, Caroline Ottenweller und Christina Ellermann, hat die aufführung mehrere Zwecke: Neben der Gemeinschaftsförderung mit den Eltern hegen sie vor allem die Hoffnung, effektiv die Werbetrommel zu rühren. Zwar kann sich der MGV rühmen, überhaupt Nachwuchs zu haben, der sich mit 35 Köpfen mehr als sehen lassen kann.

Doch haben die Verantwortlichen immer wieder jene Erinnerung vor Augen, dass es in vergangenen Tagen auch schon mal 100 junge MGV-Sänger gab.

Quelle: op-online.de

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