Die Teestube ist Symbol für ein soziales Miteinander

Ankerplatz im umtosten Schulstress

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Sabine Behling-Schmidt, Leiterin der Schule auf der Aue, feierte mit den Streitschlichtern der Gesamtschule den zehnten Geburtstag der Teestube. (Bild vergrößern)

Münster - Im Meer von rund 1000 Schülern und 95 Lehrern auf der Aue-Schule erfährt insbesondere bei den Kleinen diese Insel enormen Zulauf: die Teestube. Hier ankert nicht nur, wer in Ruhe verschnaufen und gemütlich ein Tässchen Tee genießen will. Von Ursula Friedrich 

Auch die Streitschlichter oder „Buddys“ der Aue-Schule sind hier gern gesehene Gäste. Die Teestube ist Symbol für soziales Miteinander, eine konfliktfreie Gemeinschaft und die Absicht, Streit im Konzens zu schlichten. „Wo kann ich hin, wenn ich Sorgen habe?“, stellte Schulleiterin Sabine Behling-Schmidt in den Raum, die anlässlich des zehnten Geburtstages der Teestunde zu einer kleinen Ehrungsfeier einlud. „Die Teestube ist ein wichtiger Bestandteil des Schullebens“, ergänzte die Sozialpädagogin Claudia Römer, die mit einer ganzen Stelle an der Gesamtschule arbeitet, „eine Anlaufstelle für Schüler im Schulalltag.“

Schwerpunkt soziales Lernen

Mit der Idee der Teestube, wo stets ein Ansprechpartner für unterschiedlichste Probleme bereit steht, ist die Sozialarbeit an der Aue-Schule ein gutes Stück vorangekommen. „Schulische Sorgen Leistungsdruck, Probleme zu Hause oder in der Klasse“, Kinder bedrückten unterschiedlichste Dinge, so die Sozialpädagogin, „und manchmal hängt alles zusammen.“ Bereits vor über zehn Jahren ließen sich 20 Pädagogen der Aue-Schule zum Thema „Schulsystemische Mediation“ fortbilden, um auf unterschiedlichste Konflikte professionell zu reagieren. Irmgard Gaebges und Anke Pörtner-Stark entwickelten mit engagierten Eltern das Konzept Teestube. Anschubhife gab es vom Schulförderverein, der die Erstausstattung für den gemütlichen Raum organisierte.

Die Gesamtschule hat heute den Status einer Lerninsel mit Schwerpunkt soziales Lernen. Die Teestube ist Sinnbild eines fortschreitenden Entwicklungsprozesses. Aus dieser Institution entwickelte sich das Patenprogramm für fünfte und sechste Klassen. Ausgebildete ältere Schüler stehen den „Kleinen“ als Ansprechpartner zur Verfügung und helfen mit, das „Wir-Gefühl“ in den neuen Klassen zu stärken. „In Klasse sieben und acht stehen die Themen Toleranz, Kommunikation und Lösen von Konflikten im Mittelpunkt des Sensibilisierungsprogramms“, so Claudia Römer, die für die Sozialarbeit an der Aue-Schule auf weitere Honorarkräfte zählen kann.

Außerdem werden Jugendliche der 8. Klassen zu Streitschlichtern ausgebildet. Diese „Buddys“ kommen als Neuntklässler zum Einsatz, derzeit werden 16 Schüler ausgebildet. Von dieser Bereitschaft Verantwortung für ein gutes soziales Miteinander in der großen Schulgemeinschaft zu ergreifen, wünscht sich das Teestubenteam für die Zukunft noch viele Nachahmer.

Quelle: op-online.de

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