Heiraten - oder bloß nicht?

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Ziemlich unversöhnlich werden sich beim neuen EFC-Theater die Parteien gegenüberstehen: pro und kontra die Ehe.

Altheim - Das Wichtigste vorneweg: Ein Heimspiel ihrer Frankfurter wird der Eintracht-Fanclub (EFC) Altheim wegen seines Treibens auf den weltbedeutenden Brettern der Münsterer Kulturhalle nicht verpassen. Von Jens Dörr

Das haben die Anhänger des Fußball-Erstligisten aus Mainhattan vorab recherchiert. Denn in Zeiten, da man sich nicht mehr auf den Anstoßtermin samstags um 15. 30 Uhr verlassen kann, ist Planung das halbe Fanleben. Seit 1987 unterstützt der EFC Altheim nicht nur seinen Verein und macht das, was die meisten Fußballfans machen; der EFC Altheim spielt auch Theater.

In einigen Wochen ist es aufs Neue soweit: Am 8., 9. und 10. März (Karten für je neun Euro gibt es im Schreibwaren-Haus, der Metzgerei Löbig und der Schreinerei Schramm) spielen die Fans von Alexander Meier, Takashi Inui und Konsorten in der Kulturhalle das Stück „Darum prüfe, wie man sich ewig windet“. Drei Akte hat die Komödie von Hans Schimmel. „Wir spielen nur Komödien“, sagt hierzu der EFC-Vorsitzende Roland Weihert.

Frustrierter Ex-Ehemann

Im Stück geht es – ohne vorab zu viel zu verraten – um einen frustrierten Ex-Ehemann, der seine Geschlechtsgenossen mit aller Macht vor der Ehe bewahren will. Name seines Eheverhinderungs-Instituts: „Bleibe alleine, aber glücklich“. Blöd nur, dass im selben Haus auch ein Eheanbahnungs-Institut beheimatet ist, Konflikte sind so vorprogrammiert. Die komische Ausgangslage in einen Abend voller Lacher zu verwandeln, so lautet die Aufgabe fürs EFC-Laientheater.

„Wir machen alles ohne Netz und doppelten Boden“, lächelt Weihert. Heißt: Ausfallen darf nach Möglichkeit keiner der Darsteller, weil nicht mal eben Ersatz bereitsteht. „Bei uns standen auch schon Leute mit Fieber oder hochschwanger auf der Bühne.“

Kurzfristig die Segel streichen ist nicht: Schließlich wollen in den Vorstellungen insgesamt viele hundert Zuschauer etwas für ihr Geld sehen. Auch bei Laientheatern nimmt man nicht alles hin. Dem EFC muss indes nicht bange sein: So gut kommt dessen Schauspiel an, dass meist alle Vorstellungen ausverkauft sind. Oft neige sich schon um Weihnachten herum das Kartenkontingent seinem Ende zu, so Weihert. Wenig anders ist es diesmal - deshalb auch schon der Vorbericht zu diesem frühen Zeitpunkt. Wer sicher dabei sein wolle, müsse nun zuschlagen.

In den Hauptrollen

In den Hauptrollen werden diesmal Klaus Damm und Monika Schramm zu sehen sein. Klaus Damms Ehefrau Edith spielt bereits zum 26. Mal mit und hat noch keins der Stücke verpasst. Mit Karin Milde und Susanne Münch treten zudem zwei Neulinge auf.

Zehn Schauspieler (sowie bei den Proben ein Springer) plus einer Handvoll weiterer Mitwirkender hinter der Bühne sollen „Darum prüfe, wie man sich ewig windet“ im März zu einem Erlebnis machen. Für das kommende Jahr muss sich der EFC etwas überlegen, weil dann die Miete für die Kulturhalle und wohl auch die GEMA-Abgabe höher sein werden. „Eventuell fällt dann die Musik weg“, fürchtet Roland Weihert schon heute.

Quelle: op-online.de

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