Lob von allen Seiten

Tierischer Umzug verzögert sich

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Noch ist offen, wie lange das Kreistierheim in Münster-Breitefeld bestehen bleibt. Betreiberin Barbara Mosch-Schlösser plant weiterhin einen Neubau am Rande von Dieburg.

Münster - Seit zwei Jahren steht das Kreistierheim in Münster-Breitefeld unter externem Betrieb. Schon ebenso lange wollen die neuen Betreiber nach Dieburg umziehen. Doch verzögert sich das Unterfangen. Von Jens Dörr 

Der Trägerverein des Kreistierheims hat das Tierhotel Rhein-Main (Langen) mit Management und operativem Geschäft der für Fund- und beschlagnahmte Tiere zuständigen Herberge beauftragt. Zuvor hatte der Verein, dem zehn Mitgliedskommunen angehören, das Tierheim selbst betrieben. Anfang 2016 hatte unsere Zeitung zudem darüber berichtet, dass Unternehmerin und Tierhotel- sowie Tierheim-Betreiberin Barbara Mosch-Schlösser den Wegzug aus Breitefeld und einen Neubau in Dieburg anstrebt. Daraus ist bislang noch nichts geworden, doch das Vorhaben existiert weiter.

Mosch-Schlösser hat noch immer ein Grundstück in der Nähe der Dieburger „Allmendländer“ im Visier. Die „Allmendländer“ selbst sollen bald entwickelt werden. In erster Linie ist für diesen Standort westlich des Dieburger Aldi-Markts in Richtung Münster derzeit ein Gewerbepark im Gespräch. Das Kreistierheim würde aber nicht direkt ins Gewerbegebiet ziehen, sondern in dessen Nähe, wie Mosch-Schlösser erläutert: „Tierheim und Tierpension, die wir weiterhin bei Dieburg umsetzen wollen, werden wie Landwirtschaft behandelt und sollen deshalb etwas außerhalb und auch nicht in direkter Nachbarschaft zu Gewerbe entstehen.“

Auf dem ausgeguckten Areal konnten bislang noch keine Nägel mit Köpfen gemacht werden: „Der Grundstückserwerb zieht sich hin“, sagt die Unternehmerin. Sie könne derzeit nicht absehen, „ob es in ein paar Monaten was wird, in einem Jahr oder erst in fünf Jahren“. Der Neubauplan bestehe aber weiterhin ganz konkret.

Münsters Bürgermeister Gerald Frank, der zugleich Vorsitzender des Tierheim-Trägervereins ist, spricht derweil davon, dass sich die Aufgabe des Standorts in Breitefeld, der zumindest in Teilen als teurer Sanierungsfall gilt, „im Augenblick zerschlagen hat“. Dieburgs Bürgermeister Frank Haus weiß seinerseits von dem Tierheim-Anliegen, das die Stadt vor mehr als zwei Jahren erreichte. Der Umzug und damit die Aufgabe des Heims in Breitefeld hängen also weiter von einer Einigung des privaten Grundstückseigentümers und Kaufinteressentin Mosch-Schlösser ab.

Unterdessen ernten sie und ihr Team viel Lob für ihre bisherige Arbeit. „Wir hören keine Klagen, aber Lob von allen Seiten“, sagt Frank. „Das gilt für die Polizei, die dem Heim immer Tiere übergibt, ebenso wie für die Bevölkerung.“ Auch aus den derzeitigen Mitgliedskommunen seien ihm keine Bestrebungen bekannt, den Verein zu verlassen. Vor wenigen Jahren, als der jährliche Pro-Kopf-Beitrag hatte erhöht werden sollen, waren noch Reinheim und Fischbachtal ausgeschieden.

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Der Kreistierheim-Standort am Eingang von Breitefeld hat sein Angebot seit Anfang 2016 merklich entwickelt. Dazu gehört nicht nur, dass vor Ort inzwischen auch Tierhotel-Plätze und eine Hunde-Tagesstätte geschaffen wurden. Immer sonntags zwischen 15 und 18 Uhr bietet Tierärztin Sylvia Reiche, die sich auch um das Wohl der ins Tierheim gekommenen Vierbeiner kümmert, eine Sprechstunde an. Dann kann man einfach mit seinem Tier vorbei kommen und sich beraten lassen. Auch kleinere Hilfen wie etwa das Verabreichen von Salben können unmittelbar vorgenommen werden.

„Dieses Angebot soll auch als Brücke zu den Bürgern dienen, damit sie das Tierheim einmal kennenlernen“, sagt Barbara Mosch-Schlösser, die mit ihrem Team momentan neun Hunde, fünf Katzen, drei Kaninchen und eine Maus beherbergt.

Quelle: op-online.de

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