Traditionen und Rituale sind wichtige Anker

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Eine Woche vor Weihnachten genossen die Münsterer und Altheimer Senioren die Kaffeetafel bei der Gemeinde. Das Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Altheim unterhielt die Gäste zu Beginn.

Münster - Wenn die Gemeinde zur Seniorenweihnachtsfeier einlädt, geht es nicht nur darum, dass es Kaffee und Kuchen gibt. Die Ziele liegen höher: „Menschen begegnen sich, die sich sonst selten sehen. Von Michael Just

Und Münsterer und Altheimer lernen sich kennen, was besonders dann wichtig ist, wenn jemand zugezogen ist“, sagt Bürgermeister Walter Blank. Am Sonntagnachmittag in der Kulturhalle begrüßte der Verwaltungschef nicht nur, sondern hatte auch eine Weihnachtsansprache mit ein paar persönlichen Anmerkungen in petto, wie man sie auf Bundesebene eher vom Bundespräsidenten kennt.

Die Seniorenweihnachtsfeier erfuhr mit 370 Besuchern eine gute Resonanz. Dennoch ist das weniger als vor zehn, 20 Jahren, als schon mal bis zu 500 Gäste gezählt wurden. Insgesamt sprach die Einladung 1 900 Senioren an. Mit Bussen bestand ein Fahrservice für Altheim, das DRK kümmerte sich um gehbehinderte Mitbürger. Das dreistündige Programm ließ vor allem Freunde der Musik und des Gesangs auf ihre Kosten kommen. Den Beginn machte das Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Altheim. Danach folgte die Flötengruppe und das Vororchester des Musikvereins 1914 Münster. Der katholische Kirchenchor Cäcilia rundete den Unterhaltungsteil ab. Nicht zu vergessen ist die Weihnachtsaufführung der Gemeindekita „Rüssel“. Viele Senioren schauten mit Spannung zu, was der Nachwuchs zu bieten hatte. In einigen Fällen wurde auch ein Enkel auf der Bühne entdeckt.

Christliche Bezug ist immer noch präsent

Bürgermeister Blank erinnerte in seiner Ansprache daran, dass Weihnachten einen hohen Stellenwert habe. Der christliche Bezug sei immer noch präsent, wenn auch nicht mehr bei allen. Umfragen würden offenbaren, dass etliche Deutsche nicht mehr wissen, warum Weihnachten überhaupt ein Feiertag sei. Weihnachten werde vielmehr als Familienfest oder als willkommene arbeitsfreie Zeit betrachtet. „Trotzdem freuen sich die meisten drauf. Sie folgen alten Bräuchen oder hängen an ihren ganz persönlichen Ritualen“, konstatierte der Verwaltungschef.

Vielen Senioren dürfte Blank aus der Seele gesprochen haben, als er sagte, dass man als junger Mensch oft über die Bewahrung von Traditionen oder festgefügten Abläufen an Feiertagen lächelt. „Doch wer älter ist weiß, wie wichtig Traditionen und Rituale als Anker sind, die für Verlässlichkeit und Vertrautheit sorgen.“

Mit dem Auftritt des katholischen Kirchenchors Cäcilia endete der dreistündige Nachmittag, der für einige Senioren früh begann. Obwohl die Einladung 14 Uhr als Beginn auswies, passierten sie schon gegen 13 Uhr die Eingangstüren. „Wir wollen gute Plätze nahe der Bühne“, begründete eine Seniorin. Ein Alterskollege sagte, dass man in diesem Alter manchmal zu viel Zeit habe. Wie eine Helferin an der Garderobe anmerkte, sei das mit der Zeit relativ: Sie habe festgestellt, dass die Senioren um 13 Uhr alle Zeit der Welt haben. Sobald aber die Veranstaltung zu Ende sei, ginge es vielen nicht schnell genug, nach Hause zu kommen.

Quelle: op-online.de

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