Tränen um den schönen, alten Traktor in der Ecke

Münster - Altheim (mj) Wer am Samstagmorgen an der Altheimer Kultur- und Sporthalle vorbei fuhr wunderte sich: Vor dem Gebäude war alles komplett zugeparkt und auf beiden Seiten der Einfahrtstraße in den Ort zog sich mehrere hundert Meter eine Blechlawine.

Was nach einem Fest oder einer größeren Sportveranstaltung aussah, entpuppte sich schon bald als „nur“ der Kleider- und Spielzeugbasar des evangelischen Kindergartens. Der erlebte kurz nach der Öffnung um 10 Uhr einen wahren Ansturm.

„Es heißt doch immer, es gibt keine Kinder mehr“, scherzt ein Besucher. „Bei uns in Altheim heißt es das nicht“, entgegnet Kiga-Leiterin Iris Kurz-Wolf. „Wir haben 50 Tische. Die waren innerhalb einer Woche weg. Dazu gab es eine große Nachrückerliste“, führt sie aus. Plakate, Zeitungsanzeigen als auch die Tatsache, dass es der erste Basar dieser Art im neuen Jahr ist, reichte aus, die Halle aus allen Nähten platzen zu lassen. „Heute verkaufen sich die Autositze wie doll“, sagt Anke Pohl vom Basarteam, ohne dass sie sich das Phänomen erklären kann. Es waren auch in diesem Jahr wieder die Eltern, die mit Unterstützung des Kiga-Teams, den Basar organisierten. „Es läuft ganz gut“, sagen Dunja Müller-Suderleith und Tanja Weihert, die sich gemeinsam einen Stand teilen. Je zur Hälfte Spielzeug und Kleidung liegt auf ihrem Tisch.

„Verkauft“ steht an einer meterhohen Kugelbahn aus Holz. „Die wird später abgeholt“, sagt Müller-Suderleith. 90 Euro hat sie einst gekostet, weg ging sie jetzt für 25 Euro. Damit ist die Mutter von drei Kindern zufrieden. Auf eine Runde zum Durchstöbern will sich die Münsterin aber nicht begeben: „Das lasse ich mit Absicht. Irgendwann muss man auch einmal sparen.“ Aus diesem Grund hat sie auch ihre Kinder nicht mitgenommen. „Das wäre verheerend. Das Geld, was ich hier einnehme, würden die an einem anderen Stand wieder ausgeben. Da lohnt es sich vielmehr, einen Babysitter zu engagieren.“ Zum Stand gehört auch ein kleiner Trettraktor, dass dieser in die Auslage wandert, war im Haus von Tanja Weihert mit größeren Problemen verbunden. Obwohl der Nachwuchs schon größer ist und der Traktor nur noch herumsteht und verstaubt, entdeckten die Kinder ihre Leidenschaft just in dem Moment, als er weg sollte. „Den musste ich gestern Abend zu später Stunde ins Auto schaffen. Sonst hätte es Tränen gegeben“, erzählt Weihert. Sie hofft nun inständig, dass der Junior nach dem Motto „aus den Augen aus dem Sinn“ das Gefährt schon wieder vergessen hat.

Ob der evangelische Kindergarten in der zweiten Jahreshälfte seinen Herbstbasar ausrichtet, steht noch nicht fest. Denn er ist auch in diesem Jahr für den Spielzeugbasar der Gemeinde verantwortlich, um den sich die lokalen Kindergärten im Wechsel kümmern. Das würde also doppeltes Engagement erfordern. „Die Kinder sind auch noch da. Die sollen nicht zu kurz kommen - schließlich sind sie das Wichtigste“, hebt Kiga-Leiterin Iris Kurz-Wolf heraus.

Quelle: op-online.de

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