Tragische Liebe in Kulturhalle

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Ägyptens Kämpfer in martialischer Pose.

Münster ‐ Kämpfer, Sklaven, Pharaonen - das hört sich alles nicht nach Münster an. Trotzdem gibt es eine Verbindung: Die „Musical Factory 64853“ präsentierte ihr neuestes Stück „Aida“ am Samstag in der örtlichen Kulturhalle. Von Jasmin Frank

Gleich zu Beginn ging es hoch her, mit einem imposanten musikalischen Auftakt startete das Musical, das von Elton John und Tom Rice geschrieben wurde und hier unter der musikalischen Gesamtleitung von Ralph Schreiner stand. Dargestellt wurde die tragische Liebe zwischen der als Sklavin gefangenen nubischen Prinzessin Aida und dem ägyptischen Heerführer Radames.

Die nubische Prinzessin Aida (Kerstin Kitzig) und ihre Liebe, der ägyptische Heerführer Radames (Benjamin Gantz).

Ein aufwändiges Bühnenbild und kunstvoll gearbeitete Kostüme zogen die Besucher von Anfang an in ihren Bann, so auch Kerstin und Katja Vogt. „Wir sind grundsätzlich begeistert von Musicals und waren schon zwei Mal in Aufführungen der Musical Factory. Auch dieses Jahr wollten wir uns das Stück nicht entgehen lassen und sind zur Premiere gekommen. Wir sind schon sehr gespannt“, erzählen Mutter und Tochter. Nicht nur im Publikum sind mehrere Generationen vertreten, auch auf der Bühne findet sich diese Zusammensetzung wieder. „Ich bin zum ersten Mal dabei, mein Vater hat mich mitgenommen“, erzählt die 14-jährige Adika Reichert, die eine Sklavin und ein Modell spielt. Der stolze Papa steht hinter ihr, umgezogen als Pharao. „Ich bin aber nicht sehr aufgeregt, ich muss eher meinen Vater beruhigen“, lacht die Jugendliche.

Ungewohnte Spannung in der Münsterer Halle

Auch die Routiniers der Combo, die aus Laien besteht, sind ganz ruhig. „Ich bin nicht nervös, das fängt bei mir erst an, wenn der Vorhang sich öffnet“, berichtet Benjamin Gantz, der die Hauptrolle des Radames übernommen hat. Seit sechs Jahren ist er schon mit von der Partie, obwohl er eher zufällig zu der engagierten Truppe gestoßen war. „Meine Freude haben mich mitgenommen und es hat mir so gut gefallen, dass ich geblieben bin. Gesungen habe ich schon immer gerne“, so der Verwaltungsbeamte. Auch er ist nicht der Einzige aus der Familie, der bei dem Projekt mitwirkt, seine Mutter Brigitte Ganz ist im Leitungsteam und informiert: „Wir haben alles selbst gemacht, vom Bühnenbild bis hin zur Choreographie. Es haben sich Teams gebildet, die jeweils für einen Part zuständig sind. Wir machen das nun bereits im zwölften Jahr und das Ganze hat sich schon sehr verändert, ist viel größer geworden. Wir sind insgesamt etwa hundert Leute aus der ganzen Region.“

Wichtig ist sowohl den Darstellern als auch den Aktiven im Hintergrund, deutlich zu machen, dass die Initiative ein Programm zur Förderung der regionalen Jugendarbeit ist, das von Erwachsenen, Musikstudenten und Profis unterstützt wird. Musiziert und gesungen wird deshalb sowohl im Chor als auch im Orchester. Beide Bereiche zeigen an diesem kulturellen Abend ihr Können und ziehen das Publikum in ihren Bann. Wenn Aida eine wehmütige Weise singt, ist es völlig still im ausverkauften Saal und wenn die Kämpfer über die Bühne stampfen, spürt man in der Münsterer Halle eine ungewohnte Spannung.

Wer sich den musikalischen Höhepunkt nicht entgehen lassen möchte, hat noch die Chance Karten für die Aufführungen in Groß-Umstadt im Mai und in Erbach im Juni zu ergattern, genaue Informationen dazu gibt es auf der Internetseite der Musical-Factory. An gleicher Stelle können sich auch Interessierte melden, die beim nächsten Stück mit dabei sein wollen.

Quelle: op-online.de

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