Wer traut sich an das Fagott?

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Mehrere Flötengruppen spielten bei der Holzbläsermatinee des MV Münster.

Münster ‐  Wenn es am dritten Advent draußen kalt und regnerisch ist, gibt es doch einen guten Grund, das Haus zu verlassen: die Holzbläsermatinee des Musikvereins 1914 Münster. Von Jasmin Frank

Wir haben heute ein buntes Programm zusammengestellt“, erzählt der Pressewart des Vereins, Niko Löbig und zählt auf: „Von Flötengruppen über das Vororchester bis hin zu diversen Solisten gibt es für Musikliebhaber abwechslungsreiche weltliche und kirchliche Stücke zu hören.

Solche Konzerte bietet der Musikverein erst seit diesem Jahr an, bisher waren die Aufführungen auf das Frühlings- und das Festliche Konzert des Jugend- und des großen Orchesters beschränkt. Abgerundet wurde der Reigen durch „Music and Coffee“, wo auch der Nachwuchs und einige Solisten zu hören waren. „Mit den Matineen haben wir mal etwas Neues ausprobiert und wie man sieht, kommt es gut an“, meint Löbig stolz.

Das stimmt wohl, denn das Foyer der Münsterer Kulturhalle ist gut gefüllt. Auch Gäste aus der Umgebung sind gekommen, wie etwa Familie Dreimann aus Eppertshausen. „Unser Sohn Alexander spielt im Musikverein Klarinette. Er ist von diesem Instrument sehr begeistert. Eingeführt hat ihn sein Cousin Sascha Dreimann. Mittlerweile ist der sein Lehrer“, erzählt Mutter Agnes, die gespannt auf den Auftritt ihres Sohnes wartet. Der bleibt ganz gelassen. „Mir macht die Musik Spaß, auch die Aufführungen finde ich gut. Ich bin eigentlich nicht sehr aufgeregt, aber jetzt, so kurz vor dem Konzert, doch schon ein bisschen“, gibt der talentierte Nachwuchsmusiker zu.

Instrumente standen Besuchern zur Verfügung

Endlich kann es losgehen, den Startschuss gibt Moderatorin Veronika Becker, die als erstes die Flötengruppen hereinbittet. Zunächst geben die ganz Kleinen eine Kostprobe, dann zeigen die Älteren ihr Können. „Die Flöte ist das ideale Einsteigerinstrument. Wer den zweijährigen Kursus absolviert hat, kann dann ins Vororchester aufsteigen und ein schwierigeres Instrument erlernen“, erklärt Becker.

Doch zunächst heißt es, sich bei der Flötenlehrerin Gertraud Gonné zu bedanken, die viel Geduld und Liebe zur Musik aufwenden musste, bis die Lieder so gut saßen. Dazu haben sich die Eltern ein witziges Gedicht ausgedacht, dass der sichtlich gerührten Pädagogin von zwei ihrer kleinen Schützlinge vorgetragen wird.

Im Anschluss an die zierlichen Blockflöten lernten die Zuschauer ein etwas größeres Instrument kennen: das Fagott. „Kinder, lernt Fagott zu spielen, es ist so ein tolles Instrument. Und da es kaum einer kann, seid ihr dann in jedem Orchester immer heiß begehrt“, scherzt Angela Groh und hat die Lacher auf ihrer Seite. Begleitet von Jennifer Ottenweller an der Querflöte und Bianca Heckwolf an der Klarinette zeigt sie, wie vielseitig das Instrument ist.

Wer an diesem Nachmittag nach den zahlreichen Darbietungen auf den Geschmack gekommen war, konnte dann noch selbst Hand anlegen, denn alle Instrumente standen dem Publikum frei zur Verfügung. Der direkte Kontakt ist dem Musikverein wichtig, so heißt auch die nächste Veranstaltung am 21. Februar, ab 10.30 Uhr, „Musik zum Anfassen“, bei der Jugendliche musizieren und anschließend ihre Instrumente vorstellen.

Quelle: op-online.de

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