Türkin berät in Kita Migranten-Eltern

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Die Migrationselternbeirätin des Kindergartens St. Michael in Münster, Sükriye Kesim (links), steht der Kurdin Hakime Sapuk auch bei schriftlichen Erledigungen und Amtsgeschäften beiseite.

Münster ‐ Sükriye Kesim ist Türkin, die eine ganz besondere Aufgabe im Kindergarten St. Michael hat: Sie ist Migrationselternbeirätin. Von Jasmin Frank

Dazu kam es, nachdem sie als Gruppenelternbeirätin aktiv geworden war und die Idee aufkam, für die Eltern mit nichtdeutschen Wurzeln eine eigene Anlaufstelle zu schaffen.

„In meiner Generation sind doch die meisten Frauen emanzipiert, haben einen Beruf gelernt und beherrschen die deutsche Sprache. Sie kleiden sich westlich, sind selbstbewusst und gehen ihren Weg. Anders ist es vielleicht bei Türkinnen, die nicht hier geboren sind“, meint die Münsterin.

So ist es beispielsweise bei Hakime Sapuk, die erst vor sechs Jahren nach Deutschland kam, weil sie und ihre Familie sich in der Türkei als Kurden bedroht gefühlt haben. Sie kleidet sich traditionell und spricht kaum deutsch. Da ist es gut, dass ihr die Landsmännin hilft.

„Gerade für Frauen wie Hakime bin ich da, ihnen will ich helfen, denn sie haben häufig niemanden, an den sie sich wenden können“, informiert Kesim. „Ich helfe allen weiter, egal welcher Herkunft sie sind. Ich habe als Türkin auch kein Problem damit, Hakime als Kurdin zu helfen. Unser Kindergarten engagiert sich generell für alle, die sozial schlechter gestellt sind und das gilt natürlich auch für Deutsche, zum Beispiel wenn diese finanzielle Probleme haben“, so die zweifache Mutter.

Für Sükriye Kesim steht jedenfalls fest, die Menschen, die sie kennt, wollen sich integrieren. „Sie leben und arbeiten gerne in Deutschland und fühlen sich in diesem Land zu Hause“, ist sie sich sicher.

Quelle: op-online.de

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