TÜV-geprüfter Strom auf Zunge

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Leitet eine Zunge Strom: ja! Dies bekommt Marie-Sophie hier zu spüren, denn es prickelt an ihrer Zunge.

Eppertshausen - Schule ist langweilig – das könnte der Tenor viele Kinder sein, doch zumindest zum jüngsten Experimentiertag hörte sich das bei den Viertklässlern der Eppertshäuser Stephan-Gruber-Schule ganz anders an: „Es ist so toll, was wir heute bauen und es macht uns ganz viel Spaß. Von Jasmin Frank

Ich kann, wann immer ich will, meine Lampe hier leuchten lassen“, erzählte Bilal mit leuchtenden Augen.

Grund für die Begeisterung war ein Projekt des TÜV Hessen, der seine Experten in die vierten Klassen der hessischen Grundschulen entsendet, die mit den Kindern zu einem der Themen Strom, Mechanik oder Druck verschiedenste Experimente durchführen. „Wir haben uns für Strom entschieden, weil das ein ganz grundlegendes Thema im Alltag der Kinder ist. Die Schüler müssen ja viel Theorie aushalten, da ist es einfach schön, wenn sie mal ganz praktisch tätig werden zu können“, freute sich Lehrerin Katja Simon.

Die Fachfrau des TÜV, Fay Reinhardt, hat die Jungen und Mädchen schnell in ihren Bann gezogen und begeistert sie für die Versuche. „Technik ist schon längst auch für Mädchen interessant. Sie gehen zwar oft nicht so forsch und selbstbewusst an die Sache heran wie Jungen, denken aber mehr nach und kommen dadurch häufig schneller zum Ziel“, bemerkt die Lehramtsstudentin. Sie hat mit den Kindern gemeinsam ein Stromprüfgerät gebaut, das aus einem Schaltkreis besteht, der mittels einer verschiebbaren Büroklammer ein- und ausgeschaltet werden kann.

Alles landet am Prüfgerät

„Wir legen jetzt einen Gegenstand in den offenen Bereich des Prüfgerätes. Wer kann mir erklären, wie man erkennen kann, ob er Strom leitet?“, fragt Reinhardt in die Runde und schon strecken sich zahlreiche Arme in die Höhe. „Wenn die Lampe angeht, dann fließt Strom“, weiß Aileen.

Nun geht es los, alles was passt wird an Stelle der Büroklammer in das Prüfgerät gesteckt: vom Finger und Kerze über Hammer und Nagel oder Bleistifte und Radiergummi bis hin zu Stuhlbeinen aus Holz und Metall wird alles ausprobiert.

Als Ergebnis steht fest: Holz leitet nicht, Metall aber schon. Doch wie ist es mit dem menschlichen Körper? Schnell wird das nächste Experiment vorbereitet und ein tapferes Kind ausgewählt, das sich als Versuchskaninchen zur Verfügung stellt und auch einiges aushalten muss. „Ich habe keine Angst“, meint die mutige Marie-Sophie und streckt furchtlos ihre Zunge in das Prüfgerät. „Oh, das bitzelt ganz schön stark und tut sogar ein bisschen weh“, meint sie hinterher und lacht dann aber darüber. Natürlich tun es ihr alle nach und lassen mit ihrer nassen Zunge die LED-Lampen leuchten. „So macht Unterricht richtig viel Spaß. Erst bauen wir selbst etwas auf und dann können wir damit auch noch arbeiten“, freuen sich die Kinder über das gelungene Projekt des TÜV, das ihrer Meinung nach gerne öfter als nur einmal in der Grundschulzeit stattfinden könnte.

Quelle: op-online.de

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