Typisierungsaktion der DKMS

Hoffen auf einen Spender

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486 Personen kamen am Sonntag zur Typisierungs-Aktion für die an Leukämie erkrankte Rosel Elisabeth.

Münster - „Rosel Elisabeth gehört zu unserem Jahrgang. Deshalb sind heute viele ehemalige Mitschüler zur Unterstützung gekommen“, erzählt Cornelia Lang. Von Michael Just

Am Sonntag Morgen gehört sie zu den 70 Helfern, die sich bei der großen Typisierungsaktion der Deutschen Knochenmarkspenderkartei (DKMS) im Haus der katholischen Gemeinde um die anfallenden Arbeiten kümmern. Alleine zwei Dutzend Personen helfen beim Ausfüllen der Anmeldeunterlagen. Das ist die Vorstufe für die Blutabnahme, die vielleicht jenen Stammzellenspender ans Licht bringt, der Rosel Elisabeth das Leben retten kann.

Die 62-jährige Münsterin ist an Leukämie erkrankt. Sie kann nur überleben, wenn es – irgendwo auf der Welt – einen Menschen mit nahezu den gleichen Gewebemerkmalen im Blut gibt. Die Suche ist deshalb so schwer, weil es Millionen verschiedener Gewebemerkmale gibt. Im Prinzip ist es das Finden der Nadel im Heuhaufen. Bei den 2,7 Millionen Einträgen der DKMS in Deutschland und den rund 19 Millionen weltweit wurde man noch nicht fündig. Während in ihrer Heimatgemeinde die Aktion läuft, ist Elisabeth in Darmstadt zur Chemotherapie. „Sie darf das Krankenhaus kaum verlassen. Das ist ohnehin schwer, da sie sehr schwach und das Immunsystem sehr anfällig ist“, erzählt Tochter Tania Appel (43) in Münster.

Viele Menschen, die sich am Sonntag zwischen 11 und 17 Uhr Blut abnehmen lassen, kennen Elisabeth nicht persönlich. So wie Klaudia Schulze aus Groß-Zimmern. Von der Aktion hat sie von Freunden, aus dem Internet und am Morgen noch bei einem hessischen Radiosender erfahren. „Da muss man einfach helfen“, sagt sie. Die 23-Jährige weiß, dass auf sie ein größerer Eingriff und ein mehrtägiger Aufenthalt im Krankenhaus zukommen kann, wenn die Merkmale übereinstimmen sollten. „Das ist kein Problem. Es gibt Schlimmeres im Leben“, führt sie an.

Sponsoren und freiwillige Helfer

Bei der Münsterer Typisierungsaktion überrascht vor allem die Menge an freiwilligen Helfern. „Die sind wichtig“, erzählt Nicola Wenderoth von der DKMS. Sie kam extra aus Köln. „Wir können sowas nur machen, wenn die Familie oder Freunde die Rahmenbedingungen schaffen“, sagt sie. Dazu gehört ein Raum, die Helfer, aber auch das Finden von Sponsoren, denn jede Typisierung im Labor kostet 50 Euro. Ohne Sponsoren haben die Angehörigen in der Regel einen Betrag von rund 15.000 Euro zu decken.

„Einige Personen, die zur Typisierung kommen, übernehmen die Kosten auch selbst und werfen 50 Euro in die Spendenbox“, weiß Wenderoth. Die Organisation lag in diesem Fall in den Händen von Tochter Tania. Sie hat alleine sieben Firmen ausfindig gemacht, die Essen und Getränke spendeten. Dazu gab es einen Bücherflohmarkt und Torwandschießen. Auch ein Kinderchor sang. Dem lauschte ein älteres Ehepaar aus Eppertshausen. Die 63-Jährige gehört zu den besten Freundinnen der Betroffenen. Regelmäßig informiert man sich bei der Familie, wie es Rosel geht. „Heute können wir nur abwarten und Kuchen backen“, erzählte die Eppertshäuserin. Das liegt daran, dass die Typisierung nur im Alter von 17 bis 55 Jahren möglich ist. Wie viele andere zeigte sich das Paar nachdenklich, dass der Tod so unerwartet vor der Haustür stehen kann.

Positiv stimmt die große Anzahl von 486 Menschen, die die Typisierung wahrnehmen. An jedem hängt jetzt die Hoffnung von Tania Appel, dass er das Leben der Mutter retten kann. Wie sie sagt, laufe die Zeit davon. Hoffnung sei derzeit das einzige, „sofern nicht ein Wunder geschieht.“

Quelle: op-online.de

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