Bewerbung für Bund-Länder-Programm

Umbau des Ortskerns

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Verwinkelt führen die Gassen durch den alten Ortskern von Münster. Ungenutzte Flächenpotenziale sollen erfasst und eventuell besser erschlossen werden.

Münster - Es geht auch einvernehmlich. Ohne eine Spur kontroverser Diskussion beschloss die Münsterer Gemeindevertretung jetzt einstimmig die Bewerbung fürs Bund-Länder-Programm „Stadtumbau“. Von Sebastian Richter

Die Anreize sind hoch: Wird die Gemeinde aufgenommen, winken in den kommenden zehn Jahren Zuschüsse von zwei Drittel eines Gesamtinvestitionsvolumens von rund zehn Millionen Euro. Mit eingeschlossen wäre möglicherweise eine städtebauliche Förderung der Umgestaltung des Rathausplatzes – was die CDU diesem Projekt vielleicht geneigter macht. Aber über solche Details wurde jetzt gar nicht diskutiert. Vielmehr nahm sich Bürgermeister Gerald Frank (SPD) viel Zeit, die Bewerbung in den Zusammenhang eines Stufenplans zu stellen, dessen teilweise Umsetzung bereits auf den Weg gebracht ist.

Stufe eins sei eine Analyse des Potenzials für die Innenentwicklung, insbesondere im alten Ortskern, wo es zweifellos städtebaulichen Handlungsbedarf gibt. Diese Analyse wird vom Regionalmanagement des Landkreises Darmstadt-Dieburg durchgeführt, das auch die Entwicklungsmöglichkeiten identifizieren wird.

Auch Stufe zwei ist schon verbindlich: „Dank der Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung beginnt am 1. März ein auf zwei Jahre angelegtes Forschungsprojekt der TU Darmstadt, um dem alten Ortskern den Weg in die Zukunft zu ebnen“, sagte Frank und verwies auf einen Prozess mit breiter Bürgerbeteiligung. Neben schmuck restaurierten Häusern gebe es in dem Gebiet auch Leerstand und Verfall – und damit Handlungsbedarf.

Der Projektname ist ein Ungetüm: „Aktivierung von Flächenpotenzialen für eine Siedlungsentwicklung nach innen – Beteiligung durch Mobilisierung durch Visualisierung“ – kurz: AktVIS. Das Programm zielt auf den Bereich von der Hintergasse über die Dammstraße und die Frankfurter Straße bis zur Austraße. Partner sind das Fachgebiet Landmanagement und die Forschungsgruppe Arbeits- und Ingenieurpsychologie unter Leitung von Professor Hans-Joachim Linke sowie das Fraunhofer-Institut für grafische Datenverarbeitung in Darmstadt.

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Seine Ausführungen zu Stufe drei leitete Frank mit dem Satz ein: „Das i-Tüpfelchen wäre die Aufnahme in das Bund-Land-Förderprogramm Stadtumbau in Hessen.“ Für die Bewerbung habe man sich auf Ideen gestützt, wie sie bereits mit der lokalen Agenda-Gruppe entwickelt worden seien. Als Projektbereich wird daher nicht nur der alte Ortskern angeführt, sondern es geht auch um eine „neue grüne Achse“, die „blaue Achse“ der Gersprenz und ein Entwicklungsgebiet im Süden der Gemeinde.

Die „grüne Achse“ soll vom Bürgerpark über den Mäusberg, den Friedhof, bis zum Bahnhof und zur alten Mühle führen – unter Einbezug des Rathausplatzes. An der Mühle schließt sich dann die „blaue Achse“ an. Zum Entwicklungsgebiet im Süden gehört zentral die Darmstädter Straße, deren Umgestaltung ja noch aussteht, und die angrenzenden Gebiete der ehemaligen Elima sowie das sogenannte Frankenbach-Gelände, aber auch auf der anderen Straßenseite das Hallenbad und sein Umfeld.

Die Bewerbung ist nun einstimmig beschlossen, ein Garant für die Aufnahme ist dieser Beschluss freilich nicht. „Wir müssen uns der Konkurrenz von rund 60 Bewerbern stellen, wobei etwa nur ein Drittel aufgenommen wird“, so der Bürgermeister, der zugleich darauf hinwies: Münster wäre dran. Und Münster war noch nie in solch einem Programm!“

Bilder: Kerb in Münster

Quelle: op-online.de

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