Süßes kann den Tod bringen

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Karin Diefenbach hat Angst um ihre Pferde, die von Fremden unwissentlich mit ungeeigneter Nahrung gefüttert werden. Sandy lebt nicht mehr: Spaziergänger gaben ihr Kuchen und frisches Brot.

Altheim - Menschen lieben es: süße Stückchen, knackige Chips und frisches Weißbrot. Doch was schon für uns Zweibeiner nicht gerade gesund ist, kann für unsere tierischen Freunde sogar lebensgefährlich sein. Von Jasmin Frank

Was lecker ist und von Hund, Schaf und Pferd auch gerne gefressen wird, löst allerdings bei vielen Tierarten todbringende Krankheiten aus.

„Solche Lebensmittel blähen die Tiere auf, sie dürfen das einfach nicht essen. Das gilt auch für Gurken, Tomaten, Salat und Kartoffelschalen. All das führt zu Krankheiten wie Gaskoliken und Hufrehe“, informiert Karin Diefenbach, die von Kindesbeinen an mit Pferden und Ponys vertraut ist und derzeit 14 Pferde und Ponys besitzt. Zudem bietet sie noch einem Hund, vier Katzen, zwei Schafen und einer Ziege eine Heimat im Münsterer Ortsteil Altheim.

„Füttern verboten!“

Damit ihre Ponys, die auf einer Weide zwischen Altheim und Richen sowie auf ihrem Hof in Altheim selbst untergebracht sind, von den Fütterungsaktionen unwissender Spaziergänger verschont bleiben, hat sie schon zahlreiche Schilder aufgehängt, auf denen deutlich „Füttern verboten!“ zu lesen ist. „Die Menschen ignorieren das einfach und werfen alles möglich zu den Tieren über den Zaun, selbst hier bei uns direkt am Haus. Immer wieder finden wir Käsekuchen, Schwarzwälder Kirschtorte und Tortilla-Chips sowie frisches Brot und unverträgliche Gemüsesorten. Nun ist es so weit gekommen, dass gleich mehrere Ponys wegen der Überfütterung schwer erkrankt sind“, schildert Diefenbach die Situation mit Tränen in den Augen.

Fünf Tiere waren dem Tode nahe

Fünf Tiere haben die ungesunde Kost nicht vertragen und waren dem Tode nahe. Ein Pony hatte solche Gaskoliken, dass es liegend in die Tierklinik transportiert werden musste. Trotz des engagierten Einsatzes von Karin und Frank Diefenbach sowie ihrer Tierärztin überlebten zwei der Ponys ihre Krankheit nicht, eines verstarb an einer Gaskolik, eines an der Hufrehe. „Die Tierärztin hat bestätigt, was wir schon wussten: Beide Tiere sind eindeutig an der falschen Fütterung gestorben“, erklärt Frank Diefenbach, der den Verlust der struppigen Ponys noch immer nicht fassen kann und berichtet: „Wir haben einen befreundeten Schäfer, dem es genauso ergeht. Obwohl er überall an seinem Gatter Hinweisschilder hat, füttern die Leute seine Schafe, die dann qualvoll verenden. Wir Tierhalter sind nahezu machtlos.“

Eine Freundin der Diefenbachs, Lisa Baumann, die ebenfalls Pferde in der Nähe von Altheim stehen hat, weiß noch weitere Schandtaten zu berichten: „Auf unserer Weide wurden sogar Metallteile geworfen. Überall auf der Wiese sind sie verteilt worden, wenn da ein Pferd hineintritt, wird es sich schwer verletzen.“

Beschilderung an Zäunen nutzt kaum etwas

Da die Beschilderung an Zäunen und Gattern offenbar kaum etwas nutzt, haben die Altheimer Ponybesitzer nun die Polizei eingeschaltet, die nach den todbringenden Tierfütterern sucht. Zudem wird die Ponyweide jetzt überwacht, denn eines möchten die Diefenbachs auf jeden Fall vermeiden: weitere Todesfälle in ihrer munteren Ponyschar.

„Wir können jedem nur sagen: Unsere Tiere versorgen wir selbst. Sie bekommen von uns ausreichendes und passendes Futter, sodass es ihnen gut geht. Sie benötigen keine andere Nahrung als die, die sie von uns bekommen“, mahnt Karin Diefenbach in der Hoffnung, so ihre Schar zu schützen und auch weiterhin auf Kindergeburtstagen ihre Runden ziehen lassen zu können.

Quelle: op-online.de

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