Unmut über Bädersituation

Hallenbad geschlossen: SPD fordert Bürger zu Protest auf

In Münster hat es sich erstmal ausgebadet.
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In Münster hat es sich erstmal ausgebadet.

Münster darf nicht mehr Baden gehen. Dies musste Bürgermeister Gerald anordnen. Ein staatlich geprüfter Sachverständiger hatte gravierende technische Mängel festgestellt.

Münster – Die Sicherheit in dem Bad ist nicht mehr gewährleistet, es muss bis auf Weiteres geschlossen bleiben.Nach dem Tag der offenen Tür im geschlossenen Bad, bei dem sich rund 60 Bürger selbst ein Bild vom technischen Zustand des Hallenbades machen konnten (wir berichteten), bezieht nun Bernd Fritsch für die SPD-Fraktion Stellung.

Das Hallenbad ist nicht nur für die Münsterer von Bedeutung. Fast 70 Prozent der jährlich rund 95 000 Besucher kommen aus dem Umland von Münster. Elf Schulen – davon zwei aus dem Kreis Offenbach – nutzen das Hallenbad für den Schwimmunterricht. Aquafitness- und Schwimmkurse sind regelmäßig ausgebucht. Fritsch resümiert: „Das Hallenbad ist nicht nur ein Teil der Lebens- und Wohnqualität, sondern auch wichtig für die Gesundheit und Fitness der Bevölkerung. Deshalb wird die SPD Münster sich dafür einsetzen, dass das Bad so schnell wie möglich wieder in Betrieb genommen werden kann.“

Leider habe der offene Brief von Bürgermeister Frank an den hessischen Minister des Innern und für Sport mit der Bitte um finanzielle Unterstützung bei der Sanierung des Hallenbades nicht den gewünschten Erfolg gehabt: „Die auf solche Anfragen offensichtlich standardisierte Antwort enthielt den Hinweis auf das vom Land Hessen aufgelegte SWIM-Programm und die zugehörigen Antragsformulare“, sagt Fritsch. SWIM sei ein 50 Millionen Euro umfassendes Förderprogramm des Landes Hessen, das auf fünf Jahre verteilt lediglich zehn Millionen pro Jahr für ganz Hessen zur Verfügung stelle. „Bei über 300 Frei- und Hallenbädern in Hessen ist das noch nicht mal ein Tropfen auf den heißen Stein und keine wirklich ausreichende Hilfe für die Gemeinden“, klagt Fritsch, „allein im Landkreis Darmstadt-Dieburg werden nach ersten Schätzungen für die Sanierung der Bäder über 30 Millionen Euro benötigt.“

Münster: Auch umliegende Bäder haben Probleme

Es sei der Initiative von Bürgermeister Frank zu verdanken, dass sich im Landkreis Darmstadt-Dieburg ein Arbeitskreis aus acht Bürgermeistern gebildet hat, um eine Lösung für den Betrieb von Frei- und Hallenbädern zu finden. Denn nicht nur Münster sondern auch Babenhausen, Dieburg und Pfungstadt hätten Probleme.

Fritsch rät zum öffentlichen Protest: „Vielleicht sollten die betroffenen Schulen, Eltern und Lehrer, Vereine und Bürger ihren Unmut über geschlossene Bäder, hohe Eintrittspreise, verkürzte Öffnungszeiten der Bäder nicht allein gegenüber den Bürgermeistern und Kommunalpolitikern äußern. Denn die kennen den Wert und die Wichtigkeit der Bäder. Vielmehr sollten sie ihr Missfallen über die immer schlechter werdende Infrastruktur im Schwimmbadbereich direkt der hessischen Landesregierung und dem direkt gewählten Landtagsabgeordneten kundtun,“ regt Fritsch an und gibt gleich die Adresse mit: „Staatsminister Peter Beuth, Hessisches Ministerium des lnnern und für Sport, Friedrich-Ebert-Allee 12, 65185 Wiesbaden.“

Die SPD werde Bürgermeister Frank bei seiner Aufgabe im Arbeitskreis unterstützen und sich dafür einsetzen, dass Münster so bald wie möglich wieder baden gehen kann. Derzeit ist allerdings an eine Wiedereröffnung im Frühjahr 2020 kaum zu denken. Wegen der Schließung mussten im August 300 Kursanmeldungen abgesagt werden.   

tm

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